...bot doch mehr Attraktionen, als ich zunächst gedacht hatte. Es war wirklich eine tolle und entspannte Woche, woran auch das prima Klima hier unten in South Australia ihren Anteil hatte. Am Samstag bin ich dann erst einmal durch die Stadt spaziert, um mich grob orientieren zu können. Beim Schützenfest standen so viele Menschen an, was neben den horrenden Preisen ein weiterer Grund war, nicht hinzugehen, aber dafür sah ich den ersten Flaschensammler in Australien. So was ist man ja sonst nur von großen Veranstaltungen in Deutschland gewohnt, aber South Australia ist wohl der grünste Staat Australiens, da es hier auch Pfand auf Dosen und Flaschen gibt und in den Supermärkten bekommt man nicht alles in kostenlose Plastiktüten gepackt, sondern man muss umweltfreundliche Tüten kostenpflichtig erwerben...das musste jetzt mal erzählt werden :-) Ansonsten lief ich einfach etwas durch die Stadt, wurde von einem Spürhund der Polizei beschnüffelt, und wieder zurück zum Hostel, wo es nach langer Zeit nochmal einen gesunden Salat mit Kängurufleisch oben drauf gab...lecker!!!
Der Sonntagmorgen begann mit der frohen Botschaft über unseren wichtigen Sieg gegen Friesdorf bevor ich im Reisebüro meinen Trip entlang der Great Ocean Road nach Melbourne gebucht habe. Danach bin ich mit dem Bus eine Runde durch die Stadt gefahren und danach etwas durch die Fußgängerzone zur Rundle Street Mall geschlendert, wo ich zufälligerweise Ida aus Dänemark, die ich an der USC kennengelernt hatte, getroffen habe, zumal ich sie am Vortag schon einmal zu sehen geglaubt hatte. Anschließend bin ich wieder zurück zum Hostel und habe im Park nebenan für ein paar Minuten ein paar Aufführungen irgendeines indischen Guru Festivals zugesehen, was aber alles etwas seltsam war. Später am Nachmittag bin ich dann mit einem anderen Deutschen aus dem Hostel zurück zum Rymill Park marschiert, wo die Teams für die am Montag gestartete Tour Down Under vorgestellt wurden, bei der auch einige bekannte Namen vertreten sind, insbesondere natürlich Lance Armstrong bei dem letzten Radrennen seiner Karriere außerhalb der USA. Nach der Präsentation wurde auch noch ein Benefizrennen mit 30 Runden um den Park ausgetragen, das wirklich viele Zuschauer an die Strecke lockte.Am Montag bin ich am späten Vormittag mit dem Ziel Museum of South Australia über die North Terrace gelaufen, wo ich zufälligerweise David aus der Schweiz, der im selben Hostel wie wir in Sydney gewohnt hatte, getroffen habe...so klein ist die Welt sagt man da wohl. Nachdem wir uns über unsere Erlebnisse seit Anfang Januar ausgetauscht hatten, bin ich dann doch noch ins Museum gekommen, das mich wegen der
vielen ausgestopften Tiere sehr ans Museum König in Bonn erinnerte. Das war es dann auch schon wieder mit Kultur für diesen Tag, denn schließlich haben in Melbourne die Australian Open begonnen, sodass ich mir im Hostel einige Spiele angeschaut habe, bevor ich am Abend zum German Club gegangen bin, da dort montags immer Tischtennistraining im „Friedrich Jahn Gymnasium“ stattfindet. Leider konnte man mir keinen halbwegs vernünftigen Schläger stellen, weswegen das Training nicht wirklich sinnvoll war, aber wenigstens waren die Leute ganz nett und im Anschluss gab's nach über sechs Monaten nochmal ein Erdinger Weizen vom Fass...für 10AUD. Da kann man sich nur wieder auf Deutschland freuen :-)Für den nächsten Tag hatte ich mir eine Radtour vorgenommen, da man ihr in Adelaide Fahrräder für umsonst in acht verschiedenen Läden ausleihen kann. Ich habe mich für ein sportliches Mountainbike entschieden, das mich bei der ersten Bremsung fast über den Lenker geworfen hätte, da die Bremshebel vertauscht im Vergleich zu meinem Fahrrad in Deutschland waren und die Bremsen an sich auch besser funktionierten :-) Nach dem ersten Schreckmoment bin ich dann einfach drauf los gefahren, war am alten Gefängnis von Adelaide, bin entlang des War Memorial Drives um North Adelaide gefahren (ich habe allerdings kein War Memorial auf dem Weg gesehen...) bis ich am Adelaide Oval, dem Cricketstadion, ankam. Dort habe ich mir
eine Ausstellung über den besten Cricketspieler aller Zeiten, Sir Don Bradman, angeguckt und nachher im Stadion noch das Training einer Mannschaft, wobei ich sehr interessant fand, wie und was für Cricket trainiert wird. Anschließend bin ich am Zoo und durch den botanischen Garten geradelt bis ich schließlich die Rennstrecke von Adelaide erreichte, die man sogar teilweise befahren konnte. Anscheinend habe ich mir dort etwas ins Hinterrad gefahren, da ich dort auf einmal feststellen musste, dass dieses total platt war. Um die Felge nicht vollständig zu zerstören, habe ich dann netterweise geschoben, obwohl der Fahrradladen am völlig anderen Ende der Stadt lag...aber wer sein Fahrrad liebt, der schiebt nun mal. Gegen 15 Uhr war ich dann völlig verschwitzt wieder im Hostel und dort liefen natürlich wieder die Australian Open im Fernsehen...und hier kann man sich sogar mit der Fernbedienung aussuchen, welches Spiel auf welchem Platz man sich denn gerade angucken möchte ;-)Für Mittwoch hatte ich mir eine Weintour ins Barossa Valley gebucht, dem ältesten Weinanbaugebiet Australiens, das etwa eine Stunde mit dem Bus nördlich von Adelaide gelegen ist. Um 8 Uhr wurde ich mit etwas Verspätung abgeholt, danach wurden noch etliche andere Hostels abgeklappert, und als unser Bus endlich voll war, konnte der Ausflug mit einer bunt gemischten Truppe beginnen. Zunächst wurde noch an einem großen Schaukelpferd (warum auch immer) und einem Staudamm gehalten, an dessen Staumauer man sich problemlos über die gesamte Breite hinweg unterhalten kann, weswegen sie auch die Whispering Wall genannt wird. Im Anschluss ging es dann zum ersten Weingut, Jabob's Creek, das vielleicht jetzt durch die Australian Open eher bekannt sein dürfte, da es dort Hauptsponsor ist. Uns wurde etwas über die Geschichte des Weinguts (mit deutschen Wurzeln) erzählt und dann durften wir die ersten fünf Weine des Tages probieren. Alles ging etwas hektisch zu, aber unser Gruppenprofil versprach auch nicht unbedingt nachher den Laden leer zu kaufen. Es folgten noch drei weitere Weingüter mit Weinproben, jeweils mit kleinen Führungen verbunden, ein umfangreiches BBQ als Lunch und alles in allem hat sich die Tour auf jeden Fall gelohnt. Insbesondere die Weine 5, 17, 18 und 19 von 21 probierten Weinen kann ich sehr empfehlen, auch wenn ich
nicht mehr weiß, wie sie geheißen haben :-) Aber Spaß gemacht hat es auf jeden Fall, das Wetter war perfekt und gegen 17 Uhr wurde ich wieder vor meinem Hostel abgeladen, womit ein weiterer Tag im sonst eher unspektakulären Adelaide hinter sich gebracht worden war. Es folgten die übrigen Stunden mit den Australian Open, auch wenn diesmal ein älterer Herr heftigen Widerstand bot, da er Oprah bei ihrer Reise durch Australien zugucken wollte...Am Donnerstagmorgen habe ich zum ersten Mal seit Heiligabend in Sydney wieder die Laufschuhe geschnürt und bin durch die Parkanlagen zwischen North Adelaide und dem CBD (Central Business District) gejoggt. Eine wunderbare Strecke und die Sehne im linken Fuß hat auch gehalten...das wollte ich primär eigentlich auch nur austesten. Später am Vormittag war ich dann noch etwas in der Stadt einkaufen, bevor ich mich auf den etwa 35 minütigen Fußweg zur Haigh's Schokoladenfabrik machte. Dort hatte ich mir einen Platz in einer kostenlosen Führung reserviert, die aber letztendlich nur 20 Minuten gedauert hat. Interessant war aber, dass der Gründer dieser Fabrik das Handwerk auf persönliche Anfrage bei Lindt in der Schweiz vor fast 100 Jahren lernen durfte...und im Anschluss gab es noch reichlich Schokolade und Schokomandeln zur Verkostung und deswegen war ich eigentlich auch nur gekommen :-) Danach ging es wieder den weiten Weg zurück in die Stadt, wo ich mir den vermutlich letzten Haarschnitt in Australien verpassen ließ, den der Frisör mit „Now you look like a Bastian Schweinsteiger“ kommentierte :-) Und dann kam Tennis...
Auch am Freitag strahlte die Sonne mal wieder vom Himmel, jedoch war es von den Temperaturen mit 28°C wesentlich angenehmer als noch am Vortag mit um die 36°C. Deswegen bin ich mit Toby zum Strand nach Glenelg gefahren, das etwa 25 Minuten mit der Tram von Adelaide entfernt liegt. Nach ein paar Stunden Brutzelei führte der Weg uns wieder zurück zum Hostel, wo ich nun gerade sitze und die letzten Zeilen verfasse. Gleich werde ich mir noch die letzten Nudeln in den Topf schmeißen und hoffentlich die Macht über die Fernbedienung erringen, sodass bis heute Nacht von Court zu Court geschaltet werden kann ;-) Und morgen muss ich Adelaide mit etwas Wehmut verlassen, was ich bei meiner Ankunft hier nie gedacht hätte. Dafür steht auch schon das nächste Highlight auf dem Programm: bis Montag werde ich drei Tage entlang der Great Ocean Road nach Melbourne fahren und dann hoffentlich im Sonnenschein die 12 Apostel zu Gesicht bekommen. Das Wetter wird dort unten in Melbourne nicht mehr ganz so rekordverdächtig sein, eigentlich ungewöhnlich für diese Jahreszeit, aber ein Regenschirm steckt ja auch noch ganz unten im Rucksack drin. Und die Rod Laver Arena am Dienstag kann schließlich auch ihr Dach schließen, sodass Fabi und ich da hoffentlich eine ordentliche Show geliefert bekommen...und wir werden versuchen, uns bemerkbar zu machen, also schaltet ein :-)Ansonsten gibt es mich in nur noch drei Wochen auch schon wieder live und in Farbe in Deutschland!
Bis dahin sonnige Grüße aus Adelaide
Roman
Hallo, das Bild mit den Weinfässern finde ich klasse so nach dem Motto, für Nachschub ist gesorgt ;-) LG Georg
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