...und die Rock Tour waren die für mich wohl letzten großen Abenteuer in Australien...aber was für ein Abschluss einer tollen Zeit! Letzten Mittwoch musste ich dann erst einmal aus dem Hostel in Melbourne auschecken, aber zum Glück konnte ich meinen großen Rucksack dort lagern und noch eine Weile vor dem Fernseher verbringen. Mittags bin ich dann nochmal bei Peter Pans ins Internet gegangen, habe mir anschließend eine weitere Ausstellung im Melbourne Museum angeschaut, von dort bin ich zur Southern Cross Station gefahren, um mich wegen der Shuttle-Busse zum Flughafen Avalon zu erkundigen, und da mein Bus um 3:55 Uhr am Donnerstagmorgen fahren sollte, musste ich noch eine kleine Ewigkeit ausharren. McDonald's konnte mir zum Glück ein Obdach bieten, aber da die Klimaanlage dort auf Hochtouren lief, war es gar nicht mal so angenehm. Wenigstens gab es einen Fernseher, auf dem ein Cricket-Spiel gezeigt wurde (das ich mittlerweile eigentlich auch verstehe und das deswegen ganz interessant war), dann wurde viel über den Zyklon in Nord-Queensland berichtet und nachts lief sogar noch „Tränen der Sonne“, sodass ich einigermaßen gut beschäftigt war. Zwischendurch bin ich aber immer mal wieder an den Yarra River gegangen und irgendwie ist der Abend dann auch halbwegs schnell herumgegangen. Nach Mitternacht bin ich dann wieder zum Busbahnhof marschiert und habe endlich „Down Under“ zu Ende gelesen, gegen 3 Uhr traf der Bus ein und nachdem alle ihre Tickets gekauft hatten und eingestiegen waren,
konnte die Fahrt auch pünktlich losgehen. Seltsam war nur, dass der Busfahrer kein einziges Wort gesagt hat, zu niemandem, noch nicht einmal beim Einsteigen, aber ich saß zum Glück im richtigen Bus ;-) Der Flughafen Avalon liegt fast 45 Minuten außerhalb der Innenstadt und besteht im Prinzip nur aus einigen Containern, aber nach dem Sicherheitscheck konnte ich mir wenigstens noch eine ordentliche Zeitung kaufen und danach war ich ziemlich geschockt, was denn dort mit Yasni für ein riesiges Monstrum auf Australien zukam, zumal ich ja in den betroffenen Städten fast überall gewesen bin. Mit etwas Verspätung durfte das Flugzeug dann gegen 8 Uhr geboardet werden und nach einem kleinen Marsch durch Kälte und Nässe auf dem Rollfeld konnte ich erfreut feststellen, dass ich eine ganze Reihe für mich allein hatte. Dadurch konnte ich mich ausbreiten und wenigstens zwei Stunden schlafen, aber den Landeanflug auf das – für mich etwas unerwartet – ziemlich grüne Alice Springs (es hatte dort im letzten Jahr anscheinend wesentlich ausgiebiger als normal geregnet)habe ich dann wieder mitbekommen. Nach der Gepäckentgegennahme wurden wir recht bald vom Hostel Haven abgeholt und nach dem Check-In dort bin ich erst einmal in die Stadt gelaufen, weil ich noch meine Teilnahme an der am nächsten Tag beginnenden dreitägigen Rock Tour bestätigen musste. Es war erschreckend, wie viele zugedröhnte Aborigines in der ganzen Stadt herumlungerten und irgendwie auch etwas beängstigend, weswegen allen Touristen auch geraten wird, nachts
nicht alleine durch die Stadt zu laufen. Auf dem Rückweg habe ich noch den Ghan durch die Stadt fahren sehen und im Hostel habe ich nur noch etwas Zeitung gelesen und bin schon gegen 20 Uhr ins Bett gegangen, da wir am nächsten Morgen bereits sehr früh für die Tour abgeholt werden sollten.Um 4:45 Uhr klingelte der Wecker und um 5:50 Uhr saß ich mit einigen anderen Leuten aus dem Hostel im Bus und so konnten die anderen Hostels in Alice Springs abgeklappert werden. Im Endeffekt saß eine deutsche Caro neben mir, die mir sehr offen von ihrer Drogenkarriere erzählte und sie war nicht unbedingt die beste Sitznachbarin, die man sich vorstellen kann...dementsprechend war mir ganz recht, dass ich recht bald wieder eingeschlafen bin ;-) Gegen 12 Uhr kamen wir am Kings Canyon an, von wo aus wir eine
dreistündige Wanderung bei weit über 30°C starteten für die wie zudem ein unglaubliches Lunch-Paket bekamen: ein Brötchen, einen kleinen Apfel und einen Müsli-Riegel...es sollte nicht die letzte mickrige Mahlzeit der nächsten drei Tage gewesen sein. Der Canyon aber war sehr imposant und auf der Hälfte der Strecke badeten wir noch im sogenannten Garden of Eden, was sehr angenehm war. Nach der Wanderung traf ich auch noch Steve, meinen netten Tour-Guide von der Great Ocean Road Tour, der mit einer Gruppe von Adelaide nach Alice Springs unterwegs war. Im Anschluss ging unsere Fahrt weiter und wir mussten unter
anderem tanken, was im Outback mit 2,03 AUD im Vergleich zu sonst normalen 1,30 AUD ziemlich teuer war. Feuerholz mussten wir auch noch sammeln, wir sahen etliche Kamele an der Straße und an einer großen Rinderfarm deckten wir uns für die nächsten Tage mit Bier ein (67 AUD pro Kiste statt sonst schon viel zu teuren 45 AUD). Dort gab es auch die letzte Toilette bis zum nächsten Morgen, da wir wenig später in unserem Camp ankamen, das im Prinzip nur eine größere offene Sandfläche war. Dort wurde zunächst ein Feuer gemacht und gekocht und danach wurden die sogenannten Swags ausgerollte, in die man später mit seinem Schlafsack kroch. Das ganze war nicht gerade gemütlich, aber was sich uns für ein Sternenhimmel bot,
ist einfach unbeschreiblich...so etwas habe ich wirklich noch nicht gesehen...Millionen von Sternen, fast jede Minute eine Sternschnuppe, die Milchstraße...all das sah man so deutlich. Dementsprechend war ich immer wieder überwältigt, wenn ich nachts aufgewacht bin, was zudem relativ häufig passierte, da sich einige Ameisen in meinen Swag verirrten :-)Am nächsten Morgen wurden wir schon wieder um 5:30 Uhr geweckt, zur Belohnung gab's eine Packung Cornflakes für 20 Personen (allerdings für zwei Tage gedacht...) und etwas Toast und nach dieser „Stärkung“
mussten wir das Camp wieder aufräumen und fuhren anschließend ins Uluru Resort, in dem wir die nächste Nacht verbringen sollten und wo wir wieder Zugang zu Toiletten und auch Duschen hatten. Von dort steuerten wir als nächstes das Valley of the Winds bei den Kata Tjutas an, die vor Millionen Jahren ähnlich wie Uluru entstanden sind. Dort machten wir wieder eine knapp dreistündige Wanderung und danach gab es einen Wrap pro Person im Basislager...erneut lächerlich. Wenigstens konnten wir nach dem Essen noch im Pool relaxen bevor wir zum Cultural Center fuhren, in dem die Geschichte der Ureinwohner behandelt wird und auch Briefe und Pakete von Leuten zu sehen sind, die Steine und Sand aus dem Nationalpark als Souvenir mitgenommen hatten und sich seitdem verflucht fühlten. Währenddessen regnete es draußen heftigst, aber wenig später strahlte schon wieder die Sonne und wir besichtigten den ersten Teil von Uluru aus der Nähe, wo es schon einige Höhlen, Spuren von Wasserfällen und jahrtausendealte Malereien zu bestaunen gab. Im Anschluss fuhren wir zu einem Parkplatz, von dem aus der Sonnenuntergang zusammen mit hunderten anderen
Touristen bestaunt wurde...jedoch war es wieder etwas bewölkt und am Ende zog ein Sturm auf, der wohl zu den Ausläufern von Zyklon Yasni gehörte. Dementsprechend flohen alle Gruppen in ihre Camps, wo wir dann aber im Laufe des Abends bei lustigen Spielen, wie z.B. Swag-Sumo noch unseren Spaß hatten...obwohl das gekochte Essen nicht für alle gereicht hatte...unvorstellbar. Wir hatten auch einige unschöne Mitbewohner im Camp, unter anderem eine tödliche Redback-Spinne, die ihre Eier unter dem Dach beschützte, ein Tausendfüßler und natürlich unzählige Kakerlaken und Heuschrecken. Trotzdem wurde wieder im Freien übernachtet (bis auf die Israelin, die gerade ihre zweijährige Armeezeit hinter sich gebracht hatte :-) und da es die ganze Nacht über ziemlich windete, hatte ich am nächsten Morgen einige Probleme, den ganzen roten Sand aus den Haaren, Ohren und der Nase zu bekommen.Da ich aber etwas früher aufgewacht war, konnte ich noch duschen bevor wir zum Sonnenaufgang am gleichen Aussichtspunkt wie am Vorabend fuhren. Dort war es aber so etwas von kalt, es stürmte immer noch und die Sonne war auch von einer dichten Wolkendecke verhangen, weswegen das frühe Aufstehen ziemlich
umsonst gewesen war. Stattdessen liefen wir aber noch die 10km um Uluru herum, wobei man sehr häufig keine Fotos machen durfte, da es sich um heilige Stätten der Aborigines handelte. Nach dem Walk machten wir uns auf den sechsstündigen Rückweg mit Ziel Alice Springs, auf dem es in Strömen begann zu regnen und da die Australier ihre Straßen relativ dumm gebaut haben, mussten wir immer wieder über überflutete Streckenabschnitte fahren. Wir hielten auch noch an einer Kamelfarm, aber wegen der Nässe durfte nicht auf den Kamelen geritten werden, da sie ja sonst ausrutschen könnten. Gegen 17:30 Uhr traf ich endlich in der Alice Lodge ein, die etwas schöner als das Haven vor der Tour war und abends traf sich unsere Gruppe noch einmal in der Rockbar...und um 4 Uhr war ich wieder in meinem Bett, nachdem wir noch das Kasino unsicher gemacht hatten, da es der einzige Laden war, der auch noch nach Mitternacht offen hatte ;-) Deswegen habe ich am Montag auch den Superbowl verpasst, worüber ich mich ziemlich geärgert habe und auch sonst passierte am Montag nicht viel. Aber am Pool war es sehr nett und ich konnte noch einmal die australische Sonne tanken.
Gestern habe ich mit Nathalie aus der Schweiz noch etwas Alice Springs besichtigt, wir waren auf dem ANZAC Hill, Pizza essen, Digeridoo spielen und um 17 Uhr fuhr uns der Shuttle-Bus vom Hostel zum Flughafen, an dem ich Anika und Viola von der USC traf. Mit deren Maschine bin ich dann auch wieder zurück nach Melbourne geflogen, wo wir gegen 23 Uhr ankamen und da ich für diese Nacht kein Hostel mehr gebucht hatte, habe ich mir die Nacht am Flughafen und in der Stadt um die Ohren gehauen und bin mit der ersten Tram gegen 6 Uhr nach St. Kilda zum Hostel gefahren, in dem ich allerdings erst gegen 12 Uhr auf mein Zimmer konnte. Da ich mich noch nicht hinlegen wollte, bin ich wenig später auch schon wieder in die Stadt gefahren, um noch einmal das Großstadtfeeling in mich aufzusaugen und die letzten Souvenirs zu kaufen. Zum Glück verteilten sie am Federation Square heute Energydrinks, da ich sonst wahrscheinlich schon lange eingeschlafen wäre. Danach war ich noch einmal in St. Kilda und mittlerweile ist es schon wieder 17 Uhr und ich bin schon seit 33 Stunden ohne Schlaf...und das wird sich wahrscheinlich in den nächsten drei bis vier Stunden auch nicht mehr ändern, aber dann werde ich um so bessern schlafen können heute Nacht. Die Rucksäcke sind im Prinzip auch schon gepackt, sodass morgen kein all zu großer Stress mehr aufkommen sollte. Und damit geht in wenigen Stunden das wahrscheinlich spannendste Kapitel meines bisherigen Lebens zu Ende. Alles begann im Juli des vergangenen Jahres mit dem Abflug von Frankfurt über Dubai und Singapur nach Brisbane, es folgten viereinhalb anstrengende aber auch sehr schöne Monate an der University of the Sunshine Coast und weitere zweieinhalb unvergessliche Monate auf Achse, in denen ich alle Staaten des australischen Festlandes bereist und unglaublich viele tolle Dinge erlebt habe. Und morgen Abend setze ich mich in Melbourne wieder in eine Emirates-Maschine und komme nach Plan am Freitag um 12:45 Uhr in Frankfurt an. Wie wird es wohl sein, wieder ins kalte Deutschland zu kommen? Was wird sich verändert haben? Werde ich einen reverse-culture-clash erleben? Wir werden sehen :-) Jedenfalls freue ich mich sehr auf mein Zuhause, auf Mama, Papa und Gerrit, auf ein wieder etwas unkomplizierteres Leben, auf mein Bett, darauf, dass ich am Freitagabend wieder meine Tischtennisschuhe schnüren und abends am Berg mein erstes Kölsch seit sieben Monaten trinken kann (auch wenn es von Sion sein wird...:-) Vielleicht sieht man sich ja dort...und am Montag übernehme ich schon wieder meine Wohnung in Remagen...und dann kehrt wahrscheinlich bald wieder der deutsche Alltag ein...möge ich trotzdem diese Zeit niemals vergessen, aber genau dafür habe ich ja auch diesen Blog geschrieben und er hat euch hoffentlich gefallen...mit eurer Kommentarleistung war ich zwar nicht zufrieden, aber noch ist dieser Blog ja nicht abgeschlossen :-P Der Vollständigkeit wegen werde ich natürlich noch über meine letzten beiden Tage und die Ankunft in Deutschland berichten und dann bin ich von der Schreibarbeit erlöst. Ich freue mich nämlich schon sehr darauf, mit euch persönlich über meine Erfahrungen zu sprechen. Und spart euch bitte die Frage: „Wie war's?“ Ich denke, dass das nämlich ersichtlich geworden ist...es war AWESOME!!! Ein letzter besonders herzlicher Gruß aus Australien!
Euer Roman









