Hallo zusammen!

Herzlich willkommen auf meinem Blog, den ich anlässlich meines mittlerweile vergangenen Auslandssemesters an der University of the Sunshine Coast, Queensland, Australien zwischen Juli 2010 und Februar 2011 angelegt hatte. Darin habe ich euch hoffentlich nicht zu ausführlich von meinen Erlebnissen und Eindrücken vom anderen Ende der Welt berichtet und auch die ein oder anderen Fotos hochgeladen. Über Nachrichten und Kommentare von euch würde ich mich natürlich sehr freuen und wünsche euch hiermit viel Spaß beim Lesen und Stöbern in diesem Blog!

Roman

Dienstag, 30. November 2010

Das Leben nach den Klausuren…

...ist sehr angenehm, wie man sich wohl gut vorstellen kann :-) Am Donnerstag habe ich tagsüber erst einmal nichts Spannendes gemacht, aber am späten Nachmittag ging es mit dem Bus nach Alex Heads zu Sandra und von dort auf eine BBQ-Party in einer so etwas von komfortablen Privatwohnung in Mooloolaba, in der jedes Zimmer seinen eigenen Balkon, die Wohnung draußen ihren eigenen Pool und einen riesigen Gemeinschaftsbalkon hat und auch drinnen war sie super ausgestattet. Trotz ein wenig Neid war es sehr witzig, ich hatte mir nochmal die guten Känguru-Steaks für auf dem Grill gegönnt, die wieder mal hervorragend geschmeckt haben, und gegen 23Uhr sind wir dann in Richtung Friday's gegangen, um dort die Nacht durchzufeiern. Nachdem um 3 Uhr die Lichter wieder angegangen waren, haben wir zum Glück schnell ein Taxi gefunden und da ich mich zu viel mit dem Fahrer unterhalten habe, hat er mal glatt die Ausfahrt zur Uni verpasst, aber wir sind dann doch noch gut angekommen.
Um 9 Uhr am Freitag klingelte dann schon wieder der Wecker, da Maren mir nach ihrem Auszug aus Varsity noch ein paar Sachen zurückgeben musste. Gleichzeitig hatte ich noch einen Anruf von Seaven Seas, dem Unternehmen, das mein Hab und Gut nach Deutschland verschicken sollte, auf der Mailbox, weil die irgendwie an dem georderten Datum meine Sachen nicht wieder abholen konnten und dann musste ich bei denen erst einmal wieder anrufen und die ganze Geschichte klären. Zunächst wollte ich alles wieder canceln und habe mich dann auch noch beschweren müssen, weil die mir eine Strafgebühr aufdrücken wollten, aber 30 Minuten später habe ich einen weiteren Anruf erhalten, dass sie doch alles wie geplant durchführen können...optimal. Am Nachmittag stand ein letztes Mal Fußball bei Coach Otto auf dem Programm und diesmal wollte eigentlich das benachbarte College ein Turnier organisiert haben, bei dem Mannschaften aus Noosa, ein Staff-Team und viele andere Teams teilnehmen sollten, allerdings ist der Fußball in Australien noch nicht so gut organisiert und so fanden sich nur 12 Studenten von uns ein und wir haben normal zwei Stunden gekickt. Abends habe ich einige Reisedetails für die Zeit zwischen Sydney und Melbourne geplant, da Bina und Fabi – wie mir an dem Tag erst offenbart wurde – diesen Zeitraum doch lieber alleine verbringen wollen und sich dementsprechend unsere Reisewege nach Neujahr für drei Wochen trennen werden. Jetzt werde ich mit dem Greyhound-Bus nach Canberra für eineinhalb Tage fahren, und dann das große Abenteuer „Indian Pacific“ ausprobieren, dem Zug von Sydney nach Perth, der drei Tage unterwegs ist, in denen ich wegen der günstigsten Preiskategorie noch nicht einmal ein Bett, sondern nur einen hoffentlich möglichst bequemen und zurücklehnbaren Sitz zum Schlafen haben werde.
Am Samstag kam der Tag des Abschieds von Caitlin. Vor ungefähr eineinhalb Jahren war sie als erste Australierin am RheinAhrCampus die Exotin und Berühmtheit und durch meinen Job bei Sprachen/Internationales habe ich sie in ihren zwei Semestern am RAC sehr gut kennengelernt und als Freundin gewonnen. Jetzt schreibt der Kalender den 27. November 2010 und wir beide befinden uns im Wohnheim ihrer Heimatuni in Australien und da packt sie noch die TV-Box ein, sodass ich am Sonntag das Bundesligaspiel doch nicht wie geplant in unserem Apartment gucken kann :-)...trotzdem war es eine tolle Zeit und ich werde sie vermissen – und ich bin mir sicher, dass ich sie nochmal in diesem Leben wiedersehen werde. Am Nachmittag begab ich mich mit Maike, Maren, Sandra, Benjamin und Jochen auf sportliches neues Terrain, denn wir statteten dem Bowls-Club Mooloolaba einen Besuch ab. Sehr freundlich wurden wir in die wenigen Regeln des Spiels eingewiesen, wir durften jedoch nur barfuß den ganz flach gemähten und gebügelten Rasen betreten, und dann ging es auch schon munter los. Am Anfang war es natürlich schwierig, die Distanzen und den Bogen der Bowls einzuschätzen, aber in den zwei Stunden gelangen uns schon einige sehr gute Würfe und Maike, Sandra und ich konnten das Spiel im Endeffekt deutlich mit 15:10 gewinnen. Es war auf jeden Fall eine neue Erfahrung, die richtig Spaß gemacht hat und uns nur 5 AUD pro Person gekostet hat...hätten wir das mal zu Beginn des Semesters schon gewusst :-) Danach haben wir uns dann noch was beim Getränkehändler und beim Thailänder geholt und beides am Strand verspeist bevor auch von Maren Abschied genommen wurde und ich mich in den letzten Bus von Mooloolaba (samstags schon um 21:40Uhr) zur Uni gesetzt habe. Kurz nach Mitternacht begab ich mich dann auch noch zum Pavillon, um das Spiel Frankfurt gegen Bayern zu schauen, da ausnahmsweise ein Bundesligaspiel mal live im australischen Free-TV übertragen wurde und ich somit nach mehr als einem halben Jahr endlich nochmal ein Bundesligaspiel live im Fernsehen gucken konnte.
Auch der nächste Tag war wieder ausgesprochen nett, denn nach dem Aufstehen stieg ich zunächst in den Bus nach Kawana, wo ich in den nächsten Bus nach Caloundra umsteigen musste, in dem bereits die Mädels aus Mooloolaba warteten. In Wurtulla holten wir Maike, Jochen, Benni und Rudi ab und gingen die letzten Meter zum Strand, an dem wir bis zum Nachmittag chillten, Surfversuche unternahmen, zu einem Schiffswrack joggten, den Umgang mit einem Boomerang ausprobierten...einfach alles total entspannt. Anschließend wollte der Gastvater von Maike, Jochen und Benni den dreien die Grundzüge des Golfspiels auf der Driving Range in Sippy Downs nahebringen und da haben sie mich doch glatt mitgenommen und ich konnte nach Monaten endlich nochmal ein paar Schwünge machen. Das typisch Australische an dieser Golfanlage ist übrigens, dass dort Kängurus grasen und dementsprechend gerne als bewegliches Ziel anvisiert werden, aber während unserer Zeit wurde keines getroffen . Am Abend bin ich dann leider nicht mehr nach Mooloolaba in die Karaoke-Bar gefahren, da das Wohnheim inzwischen wie ausgestorben ist,  weil die meisten Studenten bereits ausgezogen sind, und ich wollte nicht riskieren, in der Nacht ein Taxi für mich alleine zahlen zu müssen, also blieb ich zuhause und habe mich um den heftigen Sonnenbrand gekümmert, den ich mir wohl am Strand zugezogen habe.
Am Montag wurden mir die leeren Boxen für mein Shipment nach Hause geliefert und dazu 30 Seiten an Unterlagen wegen Zoll und co, die ich erstmal durchgelesen habe. Fabian ist inzwischen auch in Australien angekommen, allerdings ist er vom Flug noch ziemlich gerädert. Nachmittags habe ich in der Uni einen Brief für meine Visumsverlängerung abgeholt, einige weitere Fotos gemacht und die Bundesliga in der Bibliothek nachgearbeitet. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit begann dann auf dem Tennisplatz von UniCentral ein episches Tennismatch zwischen Mathias, der schon lange aktiv im Verein in Österreich Tennis spielt, und mir. Völlig unerwartet habe ich ihn mit meiner Tischtennistechnik und einigen taktischen Elementen an den Rand der Verzweiflung gebracht und dazu kamen noch zu viele Doppelfehler und „unforced errors“ von ihm. Im Flutlich geschah dann tatsächlich das Wunder von Sippy Downs, denn am Ende gewann ich absolut verdient mit 6:4 und 6:4 und war natürlich überglücklich und zufrieden. Danach trafen wir uns noch mit den anderen Österreichern,Olivia und Josephine an der BBQ-Station von UniCentral und haben bis kurz nach Mitternacht zusammengesessen.
Wenige Stunden später am frühen Dienstag bin ich bereits um 6:30 Uhr aufgestanden, um das „El Clásico“ zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid zu schauen, aber leider war der Pavillon noch nicht aufgeschlossen und so habe ich mich wieder hingelegt und ein hochklassiges Spiel verpasst. Vormittags kamen dann noch die Schädlingsbekämpfer (die sogenannte Pest Control) und haben irgendwas im Wohnzimmer versprüht, weil das wohl einmal pro Jahr oder Semester erledigt werden muss. Danach habe ich dann endlich meinen Antrag für die Visumsverlängerung bei der Post abgeschickt und bekomme hoffentlich so bald wie möglich per Email die Bestätigung zugeschickt, weil ich so lange ja auch nicht mehr den Briefkasten in UniCentral leeren werde. Danach bin ich nach Mooloolaba gefahren und war mit Lena am Strand gute 10km joggen von Mooloolaba nach Maroochydore und zurück. Dort geht es gleich wieder hin und zwar zur letzten Party an der Sunshine Coast...irgendwie schon traurig, aber es stehen ja auch noch viele andere tolle Sachen bevor.
Morgen muss ich dann mal mein Paket packen, da es am Donnerstag von Seven Seas wieder abgeholt wird, und die dazugehörigen Dokumente für den Zoll ausfüllen, unter anderem eine komplette Inventarliste der verschickten Sachen...ziemlich ätzend, aber das muss nun mal gemacht werden. Von Adventsstimmung ist hier übrigens gar keine Spur und deswegen bekomme ich wenigstens von Mama wöchentlich ein Bild vom heimatlichen Adventskranz zugeschickt ;-) Den Schnee und die Kälte dürft ihr aber gerne behalten...darüber werde ich mich im Februar am Frankfurter Flughafen schon noch genug ärgern :-)

Warme und sonnige Grüße

Roman

Mittwoch, 24. November 2010

Es ist vollbracht…

Nach über vier Monaten an der University of the Sunshine Coast, jeweils 39 Tutorials und Vorlesungen (ok, ich korrigiere besser auf 36 Vorlesungen ;-), hunderten Stunden in der Bibliothek, literweise Cappuccino und zwei Klausuren am Montag habe ich mein offizielles Studienprogramm in Australien abgeschlossen. In diesem Beitrag werde ich ein letztes Mal darüber berichten, dass ich für  die USC gelernt oder anderweitig gearbeitet habe, also genießt es ;-)
Wie gesagt, am Freitag habe ich gelernt...zunächst von zuhause aus, dann bin ich aber doch noch in die Bibliothek gegangen, habe dort aber eigentlich nur lange mit Maike gequatscht, da sie einiges zu berichten hatte.  Am Abend wurde zunächst ein Abstecher bei Anika's Geburtstagsfeier gemacht, bevor es anschließend nach Maroochydore auf die Beachparty in der Duporth Tavern ging, die auch sehr gut war (da es sich endlich mal um eine andere als die gewohnten Locations handelte). Allerdings hatte dies den Nachteil, dass die Party aus rechtlichen Gründen schon um 0 Uhr vorbei sein musste und da es draußen in Strömen am regnen war, habe ich mich einfach ins erst beste Taxi mit irgendwelchen Leuten, die ich jedoch nicht kannte, gesetzt und bin mit denen zurück zur Uni gefahren.
Am Samstag wurde dann fleißig weiter gelernt während Suzanne den halben Tag in der Küche stand, um das Thanks Giving Dinner vorzubereiten, das sie etwas vorverlegt hatte, da sie morgen, dem eigentlichen Feiertag am vierten Donnerstag im November, bereits in Tasmanien eingetroffen sein sollte. Es gab Hähnchen (statt Truthahn) mit Stuffing (der Füllung, die aber bei ihrer Familie einfach als Auflauf zum Fleisch gereicht wird), Mais mit Butter, Brokkoli-Möhren Gratin, Obstsalat (wird komischerweise dazu gegessen) und zum Nachtisch Pumpkin-Pie (wofür sie am Vortag schon Kürbis rösten und pürieren musste)...ein wirklich tolles und aufwändiges Essen hatte sie da gezaubert, auch wenn sie es selber ungern als richtiges Thanks Giving Dinner bezeichnen wollte, da der Truthahn und die Cranberry-Sauce fehlten. Diese Meinung wurde auch von Drew (einem befreundeten Amerikaner, der am Vortag noch von einer offensichtlich giftigen Spinne gebissen worden und dessen kompletter rechter Unterarm deswegen geschwollen war) vertreten, aber trotzdem war es cool, diese amerikanische Tradition einmal kennenzulernen.
Am Sonntag wurde natürlich weitergelernt und da Suzanne mal wieder nichts zu tun hatte, hat sie einfach einen weiteren Schokokuchen gebacken, den ich im Laufe der Woche aufessen durfte, da sie am Montag ja ihre kleine Reise antrat. Am späten Nachmittag ging es dann zum wahrscheinlich letzten Mal in die Calvary Church, in der uns Uni-Students zu Beginn des Gottesdienstes dafür gedankt wurde, dass wir die Kirche in den letzten Monaten bereichert hätten, und bevor wir wieder in alle Ecken dieser Welt entschwinden, sollten wir noch einmal nach vorne kommen, damit die Gemeinde für uns beten konnte. Zum Glück ist Anni danach noch auf die Bühne gegangen und hat ein paar Dankesworte an die Gemeinde gerichtet, denn was wir in den letzten 15 Wochen alles von ihr bekommen haben, können wir wohl niemals wieder zurückgeben.
Am Montag bin ich früh aufgestanden, um noch die letzten Stunden fürs Lernen zu nutzen, und dann ging's gegen 12 Uhr das erste Mal zum Stadium, also der großen Sporthalle, die komplett mit Teppich ausgelegt worden war und in der Tische und Stühle für bis zu 1000 Leute aufgestellt worden waren. Es herrschte absolute Disziplin, alle Studenten waren 15 Minuten vor Beginn der Klausur da, jeder musste eine Platznummer ziehen, sich den jeweiligen Platz suchen und ab dort durfte kein Wort mehr gesprochen werden. Um 12:30 begann dann die zehnminütige Vorbereitungszeit, in der die Arbeitsanweisungen gelesen und drei verschiedene Bögen bzw. Formulare ausgefüllt werden mussten und danach begann die zweistündige Schreibzeit, die für Sport and Event Marketing optimal reichte und auch inhaltlich war die Klausur eigentlich gut machbar. Nach der ersten Klausur bin ich dann wieder nach Hause gegangen, habe mir einen leckeren Meatpie in der Mikrowelle aufgewärmt und danach ging es quasi direkt wieder zurück zum Stadium, wo schon meine letzte Klausur – die für Event Management – auf dem Programm stand, die es aber in sich hatte. Ich bin mal sehr auf beide Ergebnisse gespannt, wobei ich beide Kurse ja auch schon vor den Klausuren durch die bisherigen Assignments bestanden hatte, und jetzt habe ich tatsächlich alle offiziellen Bestandteile meines Auslandssemesters hinter mich gebracht – wo ist die Zeit geblieben? Nach der Klausur bekam dann jeder noch zwei weitere GO-Cards im Wert von 30$ für die Bus- und Bahnnutzung geschenkt und den Abend habe ich entspannt vor dem Fernseher verbracht, was nach einer Woche, in der ich quasi nur gelernt hatte, auch mal ziemlich nötig war.
Meinen ersten Tag in Freiheit nach den Klausuren hatte ich mir dann ganz verrückt wieder total voll gepackt und um kurz vor 6 Uhr klingelte schon der Wecker, da ich zur Präsentation der Australian Open Pokale nach Brisbane wollte, um dort mit ihnen abgelichtet zu werden. Also saß ich um 6:55 Uhr im ersten Bus und erreichte das Fortitude Valley in Brisbane um etwa 8:50 Uhr. Dort startete ein schöner Spaziergang über die Story Bridge mit super Aussicht auf die Skyline und danach ging es am Brisbane River vorbei bis zum Kangaroo Point Park, wo ich die Präsentation erwartet hatte, jedoch war sie offensichtlich nicht dort (im Internet stand nur Kangaroo Point als Adresse, was allerdings ein ganzer Stadtteil ist). Also bin ich einfach mal zum nächsten Park weitermarschiert, wo allerdings ebenfalls keine Pokale standen und da ich einmal auf dem Weg war, bin ich dann noch weiter bis zum Cricket Stadion „The Gabba“ gelaufen, wo ab dem Wochenende die Ashes Series zwischen Australien und England ausgetragen wird, weswegen dort schon einiges los war und ich auch etwas vom Training vor und im Stadion mitbekommen konnte. Danach bin ich dann wieder zurück zum Kangaroo Point Park, wo immer noch nichts passiert war, und danach hatte ich die Schnauze auch voll und bin wieder zum Bahnhof gelaufen, von wo ich weiter zum Outletcenter in der Nähe des Flughafens gefahren bin, um mir dort unter anderem einen Treckingrucksack zu kaufen, der auf der Reise etwas leichter als mein kaputter Koffer zu bändigen sein sollte. Nach einer kleinen Sushi-Stärkung stand der dreistündige Heimweg bevor, auf dem ich mich noch mit einem kleinen Abstecher zu Aldi in Toombul kulinarisch auf Weihnachten mit dem Kauf von Christstollen und Oblaten Lebkuchen eingestimmt habe, die zum Glück genauso wie zuhause schmecken, wie ich heute beim Frühstück natürlich direkt getestet habe. Am gestrigen Abend stand dann noch die Abschiedsparty von Melanie und Mathilde auf dem Programm und mit solchen Partys werden meine letzten acht Tage hier in UniCentral auch gespickt bleiben, da alle internationalen Studenten sich entweder auf Entdeckungsreise in Australien begeben oder wieder in alle Ecken dieser Welt verschwinden werden.
Heute habe ich endlich nochmal lange geschlafen und danach mich in der Bibliothek endlich wieder auf den neuesten Stand in Sachen Bundesliga und Champions League gebracht, was ich den letzten Tagen wegen des Lernstresses etwas vernachlässigt hatte. Am Nachmittag begann dann ein kleiner Davis Cup zwischen Deutschland und Österreich, bei dem Niklas (Hessenliga) und ich zunächst das Doppel gegen Mathias (durchaus Bezirksliganiveau) und Paul souverän gewinnen konnten. Anschließend habe ich dann noch gegen Paul gespielt und nach 5:2-Rückstand im ersten Satz die nächsten 11 Spiele in Folge für mich entscheiden können, sodass am Ende ein 7:5 6:0 für mich zu Buche stand. Sehr zufrieden ging es dementsprechend wieder nach Hause und zu später Stunde habe ich dann noch meine Großcousine via Skype das erste Mal zu Gesicht bekommen...sie hat jedenfalls ziemlich große Augen gemacht und wird sich wenn ich zurückkomme höchstwahrscheinlich auch nicht daran erinnern können ;-)
In den nächsten Tagen muss ich mich insbesondere um meine Visum-Verlängerung und um das Verschiffen meiner Sachen nach Deutschland kümmern, aber ansonsten habe ich keinen Stress mehr und kann die letzten Tage in Sippy Downs genießen, auch wenn ich natürlich gerne am Samstag auf dem Weihnachtsmarkt in Seelscheid wäre. Naja, ich habe ja wenigstens meinen Christstollen hier und wenn ich meinen Goon lange genug in die Sonne stelle, dann glüht der wohl auch :-)
Und der Countdown zeigt nur noch 78 Tage, 18 Stunden und 37 Minuten...
Roman

Donnerstag, 18. November 2010

Crikey…

Am Montag bin ich, wie bereits im letzten Eintrag angekündigt, mit Maren, Sandra und Felix in den Australia Zoo, Home of the Crocodile Hunter (Steve Irwin), gefahren, der mit dem Bus keine 30 Minuten von der Uni entfernt liegt und ein Muss für jeden Besucher der Sunshine Coast ist. Darüberhinaus war am Montag Steve Irwin Day, in Gedenken an seine unglückliche Begegnung mit einem Stachelrochen vor vier Jahren, weswegen wir uns auf einige Specials freuen konnten und am Eingang wurden wir um 9 Uhr morgens bereits mit einem kostenlosen BBQ begrüßt, das hier dann wie fast immer aus einer australischen Wurst mit Zwiebeln auf einer Scheibe Toast bestand. Frisch gestärkt ging es dann zu den ersten Gehegen, die alle sehr viel netter als zum Beispiel in Köln aussehen, da hier natürlich eine ganz andere Flora gedeiht, und gegen 10 Uhr sicherten wir uns dann schon unseren Platz im Crocoseum, dem Stadion für die Wildlife Warrior Show, in dem aber diesmal auch die Eröffnungsveranstaltung  für den Steve Irwin Day stattfand. Dabei sang zunächst ein Männerchor in den Australia Zoo Tierpfleger-Outfits, anschließend gab es eine Begrüßung einer dreiköpfigen Aboriginee-Gruppe (von denen der Didgeridoo-Spieler auch während der Orientation-Week an der USC aufgetreten war), danach kam die viel zu sehr vermarktete Familie Irwin mit den beiden Kindern in die Arena und stellte einige ihrer Projekte vor, und nachdem dann auch der nächste australische Künstler seine Liedchen geträllert hatte, begann endlich die Show, in der Schlangen, Vögel und Krokodile präsentiert wurden. Nach der Show ging es weiter zum Kangaroo Heaven, einem weitläufig umzäunten Gehege, in dem Kängurus gefüttert, gestreichelt und natürlich auch fotografiert werden durften. Anschließend klapperten wir die restlichen Zooattraktionen ab, wo natürlich die typisch australischen Tiere wie Koalas, Wombats und Tasmanische Teufel nicht fehlen durften. Auf das teure Foto, bei dem man einen Koala auf dem Arm tragen darf, habe ich dann doch verzichtet, weil auch so einige gute Fotos entstanden sind und das für den Koala sicherlich auch nicht so angenehm ist, wenn er den ganzen Tag von Mensch zu Mensch herumgereicht wird. So machten wir uns gegen 15 Uhr nach einem schönen Zootag wieder auf den Weg Richtung Sippy Downs, wo ich mich bei der Post noch über die Versandkosten von Paketen nach Deutschland informiert habe, da ich vor Antritt der Reise ja noch einiges zurückschicken möchte, um nicht alles mit mir rumzuschleppen.
Am Dienstag habe ich mal wieder einen Abstecher in der Uni-Bibliothek gemacht, um das dort unlimitierte Internet auszunutzen, ein Assignment und meine insgesamt vierte kostenlose GO-Card abzuholen und danach ging es auch wieder nach UniCentral, da ich in meiner Wohnung schon lieber als in der herunter-klimatisierten Bibliothek lerne. Wir haben außerdem schon von der Uni Informationen darüber zugeschickt bekommen, was wir alles für unsere Heimkehr beachten müssen und es fühlt sich wirklich komisch an, dass die Uni-Zeit an der USC bald vorbei sein wird...aber 84 Tage, um mich mit dem Gedanken abzufinden, bleiben mir ja noch in Australien. Am Abend wurden Steffen, Vanessas Freund, der Bezirksklasse in Fulda spielt und bis Februar zu Besuch hier ist, und ich von Paul zum Tischtennistraining abgeholt und so gab es nochmal eine ganz ordentliches Trainingseinheit, wobei ich trotz Trainingspause noch mit 8:1 Sätzen gewonnen habe. Anschließend habe ich noch etwas mit Igor gespielt, dessen Tochter uns nach dem Training auch nach Hause gefahren hat, weil sie anscheinend frisch den Führerschein gemacht hat...jedenfalls habe ich noch nicht häufig in einem so langsamen Auto gesessen und gefühlt wären wir zu Fuß fast schneller wieder zuhause gewesen ;-)
Gestern habe ich mich dann endlich mal komplett aufs Lernen konzentriert, weswegen auch sonst nichts Spannendes passiert ist. Gleiches galt für heute, wobei ich mich ab heute Mittag nur noch schwer konzentrieren konnte, da es so unglaublich schwül zurzeit hier ist und deswegen haben Suzanne und ich zur Abwechslung nochmal Cookies gebacken.
Morgen steht zunächst Anika's Geburtstagsparty auf dem Programm, anschließend soll es zu einer größeren Beach-Party nach Maroochydore gehen und Suzanne hat mich für Samstag zum Thanks Giving Dinner bei uns im Wohnzimmer eingeladen...ich wäre wahrscheinlich auch ohne Einladung gekommen, aber so ist es natürlich noch besser ;-) Sie wird da bestimmt wieder einige tolle Sachen auf unserem Herd zaubern, obwohl sie heute beim Einkaufen fast verzweifelt wäre, da einige wichtige amerikanische Zutaten hier einfach nicht erhältlich sind. Und dann stehen halt noch die beiden Klausuren am Montag auf dem Programm und dann habe ich alle Pflichten meines Auslandssemesters in Australien hinter mich gebracht, yeeeeeaaaaahhhhh!!!!!
Keep your fingers crossed for me!
Roman

Montag, 15. November 2010

Study Break…

 So lautete die offizielle Bezeichnung der vergangenen Woche, aber ob es sich dabei um eine Pause vom Studieren oder fürs Studieren handeln sollte, war uns leider nicht mitgeteilt worden. Ich habe nach der vielen Arbeit der vergangenen Wochen mich für eine Pause vom Studieren entschieden und dies auch bisher nicht bereut ;-)
So begann der Dienstag mit einem klaren Zweisatzsieg im Tennis gegen Felix, danach habe ich mit Maren und Denise unser Event Management Assignment mit den Kommentaren des Professors abgeholt und beim Café C gemütlich einen Kaffee getrunken, mich in der Bibliothek wieder auf den Stand der Dinge in Sachen Fußball Bundesliga gebracht, Bilder in meinem Webalbum verkleinert, da ich dort bereits die Kapazitätsgrenze von einem Gigabyte erreicht habe und in den nächsten drei Monaten ja bestimmt noch einige Bilder hinzukommen werden. Am Abend ging es zunächst auf eine kleine Vorparty bei Anika und Viola und von dort führte uns der Weg wie so häufig in letzter Zeit ins Fridays in Mooloolaba, weswegen ich die Partys dort in naher Zukunft auch mal zu meiden versuchen werde.
Am Mittwoch habe ich nach langem Schlaf zunächst die NBA-Niederlage der Miami Heat mit ihren drei neuen Superstarts gegen die Utah Jazz geguckt, da wir dank der TV-Box von Caitlin jetzt diesen tollen australischen Sportsender ONE empfangen, der die NBA und NFL live und ein Spiel der Bundesliga am Sonntag zeitversetzt überträgt. Anschließend wurde noch etwas für das Beachvolleyball-Turnier am Freitag trainiert, gekocht, Fernsehen geguckt und dann auch schon wieder schlafen gegangen…also die Tage in dieser Woche flogen wirklich einfach so vorbei und ich konnte mich nicht dagegen wehren.
Am nächsten Morgen, dem 11.11.2010 (auch noch Robert’s Geburtstag, den wir die letzten beiden Jahre bei bestem Wetter auf dem Heumarkt in Köln zelebriert hatten), begab ich mich ganz unkarnevalistisch in die Bibliothek, um wieder Bilder zu verkleinern und mich über die Visumverlängerung zu informieren, die ich jetzt erst nach meinen beiden Klausuren vornehmen darf, da ich dafür ein Dokument vorlegen muss, dass ich das Semester auch ordnungsgemäß zu Ende gebracht habe. Um 11 Uhr gab es dann auf einmal eine Schweigeminute, deren Sinn mir mein Tischnachbar in der Bibliothek netterweise erklärte: in allen Commonwealth-Ländern wird nämlich „zur elften Stunde am elften Tage im elften Monat“ den Opfern des Ersten Weltkrieges und dessen Kriegsende im Jahre 1918 gedacht – der sogenannte  Remembrance Day. Nachmittags habe ich mir beim Tennis den nächsten klaren Sieg gegen Raphael abgeholt, danach noch mit einigen Amerikanern Basketball gespielt, wobei ich mir natürlich da erstmal deren Respekt als nicht-basketballspielender Deutscher erarbeiten wollte und dementsprechend mich gut bewegen musste, aber zum Glück auch fast zu Beginn direkt zwei Würfe in Folge aus dem Feld versenken konnte. Dementsprechend war ich danach erschöpft, hatte Kopfschmerzen und war zu nichts mehr zu gebrauchen ;-)
In der Nacht auf Freitag war Suzanne von ihrem Trip zum Ayers Rock zurückgekehrt und hatte prompt ihren iPod mitgewaschen, aber dass das mal passieren würde, hatte ich nie bezweifelt und deshalb war ich auch nicht sonderlich überrascht. Um 13 Uhr begann dann das Beachvolleyball-Turnier auf dem Beachvolleyball-Platz in Varsity, das Mathias aus Österreich noch recht aufwendig organisiert hatte mit BBQ, Musik und allem, was sonst dazu gehört. Ich habe zusammen mit Pedro aus Mexiko gespielt und die ersten beiden Runden konnten wir auch noch relativ problemlos gewinnen. Nach fast drei Stunden Pause ging es dann im Viertelfinale gegen die beiden Ösis Matthias und Paul, die beide regelmäßig bzw. sogar im Verein spielen. Es entwickelte sich eines der besten Spiele des Tages mit langen und spannenden Ballwechseln, Pedro war bei uns am Netz fürs Blocken und ich für das Abdecken des restlichen Feldes zuständig, aber leider verloren wir auch den zweiten Satz knapp mit 17:15 und mussten dementsprechend auf die Verliererseite des doppelten-KO-Systems. Dort war dann beim nächsten Spiel irgendwie die Luft bei uns raus, sodass wir den Einzug ins Halbfinale knapp verpassten, aber dennoch hat das ganze Turnier sehr viel Spaß gemacht, da eine Mischung aus Sonne, Sport, netten Leuten, einem Pool und kühlen Getränken einfach perfekt ist :-)
Am Tag darauf bin ich mit Denise, Maren, Sandra und Jochen zum Eumundi Market gefahren, einem großen und in der Gegend sehr bekannten Markt in der Nähe von Noosa. Dort habe ich auch ein Didgeridoo gesehen, das ich mir vielleicht kaufen werde, allerdings darf es beim Verschiffen mit der australischen Post nach Deutschland maximal einen Meter lang sein, weswegen ich mich dort in den nächsten Wochen nochmal umgucken muss. Nach zwei Stunden auf dem Markt sind wir mit dem Bus weiter nach Noosa gefahren, wo wir die 20-minütige Wartezeit auf den nächsten Bus am Strand verbracht haben, bevor es danach mit zwei weiteren Bussen nach Buderim (einem kleinen Ort direkt um die Ecke von Sippy Downs) ging. Dort besichtigten wir den Buderim Forest Park, in dem es einen kleinen Wasserfall gibt und nachdem wir diesen gesehen hatten, machten wir uns nach einem erlebnisreichen Tag wieder auf den Weg nach Hause.
Am Sonntag stand ich früh auf, um auf ONE Wolfsburg gegen Schalke zu gucken, danach mit Gerrit zu skypen und über den völlig unerwarteten Sieg gegen ESV Bonn informiert zu werden (Super Jungs!!!). Nachdem ich etwas länger zu Fuß einkaufen war, ging es fast schon wieder in die Kirche und danach kam ja quasi auch schon das Formel 1 Rennen, das ich mir zusammen mit Steffen bei einem kalten Bierchen anschaute und froh war, dieses Stück deutscher Sportgeschichte nicht verpasst zu haben. Schade war einfach nur, dass die australischen Reporter natürlich nicht so begeistert über Vettels Sieg waren, da sie immer noch auf den ersten australischen Titel seit 30 Jahren hofften…Kai Ebel, Niki Lauda und die anderen Spezialisten von RTL hätten die Übertragung für mich auf jeden Fall sehenswerter gemacht.
Damit war dann der Study Break auch schon wieder vorbei und jetzt habe ich noch eine ganze Woche um mich auf meine beiden Klausuren vorzubereiten. Heute habe ich übrigens wieder nichts geschafft, da ich den Australia Zoo besucht habe, worüber ich euch aber im nächsten Eintrag berichten werde. Vorab wird es aber schon Fotos vom Zoobesuch geben, genauso wie natürlich von der vergangenen Woche mit einigen guten Studien vom Beachvolleyball-Platz ;-)

Habt eine wunderbare Woche!

Roman

Montag, 8. November 2010

The race that stops the nation...


Am Montag war es auf einmal schon so weit: die letzte Vorlesungswoche an der USC brach an, jedoch hatte ich noch einiges für die Uni zu erledigen und habe deswegen die meiste Zeit in der Bibliothek gesessen und an dem am Mittwoch fälligen Cross-Cultural Management Assignment gearbeitet. Jochen von der SpoHo hatte an diesem Tag außerdem Geburtstag, und da er diesen möglichst unauffällig hinter sich bringen wollte, haben wir das natürlich verhindert und spontan am Abend eine kleine Überraschungsparty bei dem BYO Thailänder in Mooloolaba organisiert, wo ungefähr 15 Freunde aus Skandinavien und Deutschland, Goon und ein kleiner Geburtstagskuchen bereitstanden. Die Überraschung ist uns definitiv geglückt und das Essen war wieder einmal hervorragend. Maren und ich waren anschließend noch so verrückt, in einen der Computerräume im USC-Hauptgebäude eine weitere Stunde an unseren Assignments weiterzuarbeiten und bemerkenswert war dabei, dass noch sechs weitere Personen um diese Zeit dort waren, die allesamt aus Deutschland kamen…anscheinend nehmen wir es mit der Disziplin doch etwas genauer als andere Nationen ;-)
Wenige Stunden später begann einer der wichtigsten Tage des Jahres für die Australier: der Melbourne Cup Day. Diesmal war es sogar ein Jubiläumsjahr, da er zum 150. Mal ausgetragen wurde. Der Melbourne Cup ist das vielleicht prestigeträchtigste Pferderennen der Welt, bei dem es auf dem Flemington Racecourse nahe Melbourne um ein Preisgeld in Höhe von etwas mehr als 6 Millionen Australische Dollar geht. Allerdings findet nicht nur dieses eine Rennen statt, sondern in ganz Australien werden auf den großen Pferderennbahnen Rennen ausgetragen, so unter anderem auch bei uns ganz in der Nähe in Caloundra. Der gewöhnliche Tagesablauf für Australier am MCD ist relativ trinklastig und beginnt meistens ohne Frühstück, dafür aber mit Sekt oder Wein schon nach dem Aufstehen. Danach macht man sich schick und fährt, oder eher lässt sich fahren, zur nächstgelegenen Pferderennbahn, wo es dann munter weitergeht. Da ich abends noch weiter an meinem Assignment schreiben musste, habe ich es mit dem Alkohol lieber sein lassen, aber schon um 9 Uhr stieg bei uns am Pavillon eine große Party. Gegen 10:30 Uhr machten wir uns auf zum Bus, um nach Maroochydore zu fahren, von wo aus ein kostenloser Shuttlebus, der jedoch über 30 Minuten Verspätung hatte, uns nach Caloundra brachte. Dort knallte die Sonne mächtig auf mein schwarzes Hemd, aber glücklicherweise hatte ich mich in keinen Anzug geworfen. Wegen des Alkoholkonsums an der Rennstrecke war das Event als reines 18+ Event ausgeschrieben und dementsprechend mussten wir erst einmal am Eingang kontrolliert werden, wobei ich problemlos alles hätte reinschmuggeln können, da meine Tasche nicht durchsucht wurde ;-) Danach haben wir uns zunächst einen freien Tisch gesucht, eine kleine Fotosession mit unseren schicken Klamotten gemacht, eine planlose Wette auf Master O’Rilly beim großen Rennen in Melbourne platziert (es wurden alle Rennen von den fünf weiteren großen Rennbahnen in Australien auf mehreren Großbildleinwänden übertragen und alle 60 Minuten etwa fand auch bei uns ein Rennen statt) und um 14 Uhr ging dann der Melbourne Cup los. Man merkte richtig, wie die Spannung bei allen Zuschauern wuchs, und als sich dann auf der letzten Geraden ein Außenseiterpferd vom Rest des Feldes absetzte, war die Enttäuschung doch schon groß, da wahrscheinlich viele auf den Favoriten Shocking gesetzt hatten, der aber sogar erst drei Plätze hinter meinem Pferd auf Rang 18 eintrudelte. Anschließend sind wir noch etwas auf dem Gelände rumgelaufen, haben die übrigen Rennen geguckt und die ganze Atmosphäre aufgesogen, da ich so etwas bisher auch nur aus dem Fernsehen kannte. Um 16 Uhr ging es dann mit dem ersten Shuttlebus wieder zurück nach Mooloolaba, von wo aus uns der nächste Bus wieder zur Uni brachte, wo ich mich dann wieder mehr oder weniger motiviert an das Cross-Cultural Management Essay setzte.
Am Mittwoch musste ich um 9 Uhr erst noch einen Test nachschreiben, den ich zum Glück vom Vortag wegen des Melbourne Cup Days verschieben durfte, danach habe ich weiter am Assignment geschrieben und es gegen 13 Uhr auf das Portal der Uni hochgeladen. Danach musste ich es noch in der Uni ausdrucken und in die Assignment-Box werfen und damit hatte ich endlich alle schriftlichen Aufgaben (bis auf die Klausuren) meines Auslandssemesters an der USC hinter mich gebracht. Im Anschluss traf ich mich noch mit meiner Event Management Gruppe wegen unserer Präsentation am nächsten Tag, wobei ich es als einziger Junge gegen drei Mädels schon manchmal ganz schön schwierig hatte. Nachmittags habe ich die Fotos vom MCD bei Kristin abgeholt und von ihr noch einen guten Tipp fürs Skydiving bekommen, da es auf dem Weg nach Cairns einen der weltweit bestbewerteten Spots dafür geben soll ;-) Am Abend ging die Arbeit weiter, da ich noch die Bewerbungsdokumente für ein weiteres Stipendium fertig gemacht habe, wo man mal abwarten muss, ob ich den Zuschlag dafür bekomme.
Am Donnerstag wurde die Präsentation weiter vorbereitet, wobei die PowerPoint-Folien unserer Französin natürlich nicht zu gebrauchen waren, weswegen sie sie nochmal überarbeiten sollte während ich bei der Turnhalle einen Rollstuhl abgeholt habe, um das Thema Australian Paralympic Day noch etwas zu untermalen. Steffie tauchte dann erst 15 Minuten vor Beginn der Präsentation wieder auf, sodass alles nochmal unnötig stressig wurde, aber die Präsentation lief dann eigentlich ganz gut. Am Ende bekamen wir noch einige gemeine Fragen gestellt, aber auch die konnten wir gut beantworten und mittlerweile stehen auch schon die Ergebnisse fest und wir haben für die ganze Arbeit insgesamt 35,5 von 40 Punkten erhalten, also eine High Distinction :-) Anschließend wurde der Rollstuhl mit Hilfe eines Security-Mannes und seines Golfcarts wieder zurück zu Turnhalle gebracht und danach haben wir zur Feier des Tages, da mit der Präsentation auch die letzte Aufgabe vor den Klausuren erledigt war, bei Maren angestoßen und gekocht. Später ging es dann ins Fridays nach Mooloolaba, wo bis 3 Uhr morgens das Ende der Vorlesungszeit gefeiert wurde.
Aber ganz fertig war ich noch nicht, denn am Freitag klingelte nach viel zu wenig Schlaf wieder der Wecker, damit ich um 8 Uhr zu meiner letzten Sport and Event Management Vorlesung gehen konnte, die auch diesmal nicht überzeugen konnte, aber damit hatte ich die Vorlesungszeit wenigstens ordentliche zu Ende gebracht. Nach der Vorlesung fühlte ich mich allerdings erst einmal ziemlich leer, da man jetzt einfach nicht weiß, was man mit seiner ganzen Zeit anfangen soll…neben dem Lernen für die Klausuren natürlich, aber das nimmt ja auch nicht den ganzen Tag ein. Nachmittags warteten wir auch noch vergeblich auf den Shuttlebus der Kirche zum Einkaufen, aber zum Glück kam Caitlin wenig später nach Hause, da ich dann mit ihrem Auto meine Einkäufe erledigen konnte. Danach setzte schon bald die große Müdigkeit ein und da ich ja einiges an Schlaf nachzuholen hatte, ging ich völlig ungewohnt schon um 22 Uhr ins Bett.
Zwölf Stunden später bin ich wieder aufgewacht, war aber trotz oder vielleicht gerade wegen des vielen Schlafes ziemlich träge. Deswegen habe ich nur etliche Folgen von The Big Bang Theory geguckt bis Suzanne mich darauf hinwies, dass die später mit einigen Leuten zum Lasertag gehen würde, wo ich mich einfach mal angeschlossen habe. Diesmal klappte es auch wesentlich besser als beim letzten und ersten Mal (als Gerrit und ich gegen eine Horde kleiner Kinder gespielt hatten) und zurück in UniCentral haben wir nur noch etwas Cuba Libre bei Anika und Viola getrunken.
Am Sonntagmorgen wurde ich von Gerrit um 10 Uhr telefonisch geweckt, da er mir den unglücklichen Ausgang des Spiels gegen Geislar erklären musste. Später habe ich etwas in Varsity relaxed bevor es an den Pool in UniCentral ging…ja, das Leben ist jetzt schon um einiges angenehmer als in den vergangenen Wochen, aber irgendwie haben wir uns das hier auch verdient. Nach dem wöchentlichen Kirchgang feierte Ekta aus Fidschi ihren Geburtstag zunächst im Pavillon von UniCentral, aber von dort ging es dann zu späterer Stunde in den Irish Pub in Mooloolaba, von wo  aus wir wieder so gegen 3 Uhr den Nachhauseweg antraten. Dort konnte ich wenigstens noch die letzten Rennrunden aus Sao Paolo und Sebastian Vettels Sieg im Fernsehen anschauen, obwohl ich die Zielflagge schon passt verschlafen hätte.
Deswegen begann der Tag für mich heute erst um die Mittagszeit, wenig später stand ich in meinen Fußballschuhen schon wieder auf dem Trainingsplatz und nach dem Fertigstellen dieses Blogbeitrags werde ich mir auch nur noch einen Salat zaubern, den Suzanne mir gestern geschenkt hat, da sie ihn während ihres Trips zum Ayers Rock (ich habe mittlerweile auch meinen Flug dorthin für Februar gebucht) nicht verkommen lassen wollte. Gerade lässt sich übrigens ein kleiner Schauer über Sippy Downs aus, aber ansonsten haben wir stets so um die 25°C und die zunehmenden Weihnachtsdekorationen, wie z.B. in der Sunshine Plaza, oder das Weihnachtsgebäck bei Aldi fühlen sich schon ziemlich fehl am Platz an – in Sydney in sieben Wochen wird mir das aber sicherlich noch merkwürdiger vorkommen.
Mit diesen melancholischen Worten zum Ende wünsche ich euch eine schöne Woche und einen guten Start in die Karnevalssession 2011…mal gucken, ob wir am Donnerstagabend den Stream vom WDR verfolgen werden ;-)

Roman

P.S.: Bilder vom Melbourne Cup gibt es natürlich auch wieder in meinem Webalbum