Um 9 Uhr am Freitag klingelte dann schon wieder der Wecker, da Maren mir nach ihrem Auszug aus Varsity noch ein paar Sachen zurückgeben musste. Gleichzeitig hatte ich noch einen Anruf von Seaven Seas, dem Unternehmen, das mein Hab und Gut nach Deutschland verschicken sollte, auf der Mailbox, weil die irgendwie an dem georderten Datum meine Sachen nicht wieder abholen konnten und dann musste ich bei denen erst einmal wieder anrufen und die ganze Geschichte klären. Zunächst wollte ich alles wieder canceln und habe mich dann auch noch beschweren müssen, weil die mir eine Strafgebühr aufdrücken wollten, aber 30 Minuten später habe ich einen weiteren Anruf erhalten, dass sie doch alles wie geplant durchführen
können...optimal. Am Nachmittag stand ein letztes Mal Fußball bei Coach Otto auf dem Programm und diesmal wollte eigentlich das benachbarte College ein Turnier organisiert haben, bei dem Mannschaften aus Noosa, ein Staff-Team und viele andere Teams teilnehmen sollten, allerdings ist der Fußball in Australien noch nicht so gut organisiert und so fanden sich nur 12 Studenten von uns ein und wir haben normal zwei Stunden gekickt. Abends habe ich einige Reisedetails für die Zeit zwischen Sydney und Melbourne geplant, da Bina und Fabi – wie mir an dem Tag erst offenbart wurde – diesen Zeitraum doch lieber alleine verbringen wollen und sich dementsprechend unsere Reisewege nach Neujahr für drei Wochen trennen werden. Jetzt werde ich mit dem Greyhound-Bus nach Canberra für eineinhalb Tage fahren, und dann das große Abenteuer „Indian Pacific“ ausprobieren, dem Zug von Sydney nach Perth, der drei Tage unterwegs ist, in denen ich wegen der günstigsten Preiskategorie noch nicht einmal ein Bett, sondern nur einen hoffentlich möglichst bequemen und zurücklehnbaren Sitz zum Schlafen haben werde.Am Samstag kam der Tag des Abschieds von Caitlin. Vor ungefähr eineinhalb Jahren war sie als erste Australierin am RheinAhrCampus die Exotin und Berühmtheit und durch meinen Job bei Sprachen/Internationales habe ich sie in ihren zwei Semestern am RAC sehr gut kennengelernt und als Freundin gewonnen. Jetzt schreibt der Kalender den 27. November 2010 und wir beide befinden uns im Wohnheim ihrer Heimatuni in Australien und da packt sie noch die TV-Box ein, sodass ich am Sonntag das Bundesligaspiel doch nicht wie geplant in unserem Apartment gucken kann :-)...trotzdem war es eine tolle Zeit und ich werde sie vermissen – und ich bin mir sicher, dass ich sie nochmal in diesem Leben wiedersehen
werde. Am Nachmittag begab ich mich mit Maike, Maren, Sandra, Benjamin und Jochen auf sportliches neues Terrain, denn wir statteten dem Bowls-Club Mooloolaba einen Besuch ab. Sehr freundlich wurden wir in die wenigen Regeln des Spiels eingewiesen, wir durften jedoch nur barfuß den ganz flach gemähten und gebügelten Rasen betreten, und dann ging es auch schon munter los. Am Anfang war es natürlich schwierig, die Distanzen und den Bogen der Bowls einzuschätzen, aber in den zwei Stunden gelangen uns schon einige sehr gute Würfe und Maike, Sandra und ich konnten das Spiel im Endeffekt deutlich mit 15:10 gewinnen. Es war auf jeden Fall eine neue Erfahrung, die richtig Spaß gemacht hat und uns nur 5 AUD pro Person gekostet hat...hätten wir das mal zu Beginn des Semesters schon gewusst :-) Danach haben wir uns dann noch was beim Getränkehändler und beim Thailänder geholt und beides am Strand verspeist bevor auch von Maren Abschied genommen wurde und ich mich in den letzten Bus von Mooloolaba (samstags schon um 21:40Uhr) zur Uni gesetzt habe. Kurz nach Mitternacht begab ich mich dann auch noch zum Pavillon, um das Spiel Frankfurt gegen Bayern zu schauen, da ausnahmsweise ein Bundesligaspiel mal live im australischen Free-TV übertragen wurde und ich somit nach mehr als einem halben Jahr endlich nochmal ein Bundesligaspiel live im Fernsehen gucken konnte.Auch der nächste Tag war wieder ausgesprochen nett, denn nach dem Aufstehen stieg ich zunächst in den Bus nach Kawana, wo ich in den nächsten Bus nach Caloundra umsteigen musste, in dem bereits die Mädels
aus Mooloolaba warteten. In Wurtulla holten wir Maike, Jochen, Benni und Rudi ab und gingen die letzten Meter zum Strand, an dem wir bis zum Nachmittag chillten, Surfversuche unternahmen, zu einem Schiffswrack joggten, den Umgang mit einem Boomerang ausprobierten...einfach alles total entspannt. Anschließend wollte der Gastvater von Maike, Jochen und Benni den dreien die Grundzüge des Golfspiels auf der Driving Range in Sippy Downs nahebringen und da haben sie mich doch glatt mitgenommen und ich konnte nach Monaten endlich nochmal ein paar Schwünge machen. Das typisch Australische an dieser Golfanlage ist übrigens, dass dort Kängurus grasen und dementsprechend gerne als bewegliches Ziel anvisiert werden, aber während unserer Zeit wurde keines getroffen . Am Abend bin ich dann leider nicht mehr nach Mooloolaba in die Karaoke-Bar gefahren, da das Wohnheim inzwischen wie ausgestorben ist, weil die meisten Studenten bereits ausgezogen sind, und ich wollte nicht riskieren, in der Nacht ein Taxi für mich alleine zahlen zu müssen, also blieb ich zuhause und habe mich um den heftigen Sonnenbrand gekümmert, den ich mir wohl am Strand zugezogen habe.Am Montag wurden mir die leeren Boxen für mein Shipment nach Hause geliefert und dazu 30 Seiten an Unterlagen wegen Zoll und co, die ich erstmal durchgelesen habe. Fabian ist inzwischen auch in Australien angekommen, allerdings ist er vom Flug noch ziemlich gerädert. Nachmittags habe ich in der Uni einen Brief für meine Visumsverlängerung abgeholt, einige weitere Fotos gemacht und die Bundesliga in der Bibliothek
nachgearbeitet. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit begann dann auf dem Tennisplatz von UniCentral ein episches Tennismatch zwischen Mathias, der schon lange aktiv im Verein in Österreich Tennis spielt, und mir. Völlig unerwartet habe ich ihn mit meiner Tischtennistechnik und einigen taktischen Elementen an den Rand der Verzweiflung gebracht und dazu kamen noch zu viele Doppelfehler und „unforced errors“ von ihm. Im Flutlich geschah dann tatsächlich das Wunder von Sippy Downs, denn am Ende gewann ich absolut verdient mit 6:4 und 6:4 und war natürlich überglücklich und zufrieden. Danach trafen wir uns noch mit den anderen Österreichern,Olivia und Josephine an der BBQ-Station von UniCentral und haben bis kurz nach Mitternacht zusammengesessen.Wenige Stunden später am frühen Dienstag bin ich bereits um 6:30 Uhr aufgestanden, um das „El Clásico“ zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid zu schauen, aber leider war der Pavillon noch nicht aufgeschlossen und so habe ich mich wieder hingelegt und ein hochklassiges Spiel verpasst. Vormittags kamen dann noch die Schädlingsbekämpfer (die sogenannte Pest Control) und haben irgendwas im Wohnzimmer versprüht, weil das wohl einmal pro Jahr oder Semester erledigt werden muss. Danach habe ich dann endlich meinen Antrag für die Visumsverlängerung bei der Post abgeschickt und bekomme hoffentlich so bald wie möglich per Email die Bestätigung zugeschickt, weil ich so lange ja auch nicht mehr den Briefkasten in UniCentral leeren werde. Danach bin ich nach Mooloolaba gefahren und war mit Lena am Strand gute 10km joggen von Mooloolaba nach Maroochydore und zurück. Dort geht es gleich wieder hin und zwar zur letzten Party an der Sunshine Coast...irgendwie schon traurig, aber es stehen ja auch noch viele andere tolle Sachen bevor.
Morgen muss ich dann mal mein Paket packen, da es am Donnerstag von Seven Seas wieder abgeholt wird, und die dazugehörigen Dokumente für den Zoll ausfüllen, unter anderem eine komplette Inventarliste der verschickten Sachen...ziemlich ätzend, aber das muss nun mal gemacht werden. Von Adventsstimmung ist hier übrigens gar keine Spur und deswegen bekomme ich wenigstens von Mama wöchentlich ein Bild vom heimatlichen Adventskranz zugeschickt ;-) Den Schnee und die Kälte dürft ihr aber gerne behalten...darüber werde ich mich im Februar am Frankfurter Flughafen schon noch genug ärgern :-)
Warme und sonnige Grüße
Roman










