...so lautete der erste Abschnitt unseres Roadtrips, den wir vor zwei Wochen angetreten haben. In der Zwischenzeit haben wir so viele tolle Sachen gesehen und erlebt, sind 2425km über die teilweise sehr löchrigen Straßen Queenslands mit maximal 110km/h gedüst, haben keine Nacht auf einem offiziellen Campingplatz verbracht und jetzt sitze ich gerade bei bereits über 30°C und ziemlich hoher Luftfeuchtigkeit in unserem ziemlich heruntergekommenen Hostel in Cairns, das aber auch nur 15$ pro Tag inklusive Frühstückchen und Abendessen kostet und einen halbwegs akzeptablen Internetanschluss bietet. Während der Reise habe ich unsere Erlebnisse immer nur in meinem kleinen Notizbuch festhalten können, werde die Tage jetzt aber nochmal chronologisch kurz zusammenfassen:

3. Dezember 2010: Bina und Fabi hatten am Vormittag den Campervan in Brisbane abgeholt, sodass wir ihn danach mit unserem ganzen Zeug aus Sippy Downs beladen konnten und gegen 17 Uhr starteten wir bei einsetzendem Regen unsere erste Etappe ins bereits bekannte und nicht ganz so weit entfernte Noosa. Dort fielen uns beim Spaziergang durch Noosaville vor allem die vielen Papageien und Fledermäuse (mit bis zu einem Meter Spannweite) auf, bevor wir unser erstes Abendessen auf dem Gasherd im Camper kochten und danach den Van so umbauten, dass er Schlafplätze für drei Personen bot. Allgemein sollten wir in den nächsten zwei Wochen unseren Schlafrhythmus der Sonne anpassen, was bedeutete, dass wir vergleichsweise früh ins Bett gingen und auch schon fast mit Sonnenaufgang wieder aufstanden.

4. Dezember 2010: Mit Rückenschmerzen erwachte ich am nächsten Morgen, da mein knapp 45cm hoher Schlafplatz unterm Dach auf drei Holzbrettern nicht wirklich bequem und vor allem noch ungewohnt war. Nach dem Frühstück fuhren wir zum National Park, doch nach den ersten Metern dort begann es wieder heftigst zu regnen, weswegen wir zu Peter Pan's Reisebüro fuhren, um unsere Ausflüge auf Fraser Island und die Whitsunday Islands zu buchen. Deswegen mussten wir uns danach auch schon auf den Weg nach Rainbow Beach machen, da dort am nächsten Tag die Fähre nach Fraser Island ablegen sollte. Auf dem Weg dorthin machten wir noch Halt an einem Aussichtspunkt, der jedoch total vernebelt war, wunderten uns über die sehr hügeligen Straßen, sahen Wildpferde am Straßenrand und wünschten uns besseres Wetter herbei. Im winzigen Rainbow Beach haben wir uns dann nur auf die nächsten zwei Tage auf Fraser Island vorbereitet und auf dem Parkplatz im „Stadt“-Zentrum übernachtet.

5. Dezember 2010: Nach dem Frühstück am Strand sind wir zum Treffpunkt für den Fraser Trip gefahren, wo wir zufälligerweise auch noch Sandra von der USC getroffen haben, die die Tage zuvor auf Fraser verbracht hatte. Gegen 10 Uhr wurden wir dann von Steve, unserem Fahrer und Führer für die nächsten beiden Tage, abgeholt. Mit an Bord des umgebauten Geländewagens waren noch zwei Irinnen, eine für SAP arbeitende Frau aus Singapur und ein deutsches Pärchen, das in Auckland studiert hatte. Bevor es zur Fähre ging, musste noch etwas Luft aus den Reifen genommen werden (Fraser Island ist die größte Sandinsel der Welt), Steve's Atemalkohol wurde von der Polizei kontrolliert und dann setzten wir auch schon auf die nur wenige Kilometer vorgelagerte Insel über. Dort düsten wir dann am Strand erst einmal 40km nach Norden zum Basislager, wo Subs zum Mittagessen gereicht wurden, und danach ging es weitere 30km nach Norden an bunten Gesteinsformationen vorbei zu einem Schiffswrack, das die Japaner während des Zweiten Weltkrieges beim Abschleppen in einem Zyklon verloren hatten und das später als Ziel für die Australische Luftwaffe genutzt wurde. Ins Meer durften wir leider nicht gehen, da vor Haien, Quallen und den starken Strömungen gewarnt wurde, aber später sollte es sowieso wieder zu regnen beginnen. Anschließend fuhren wir ins Landesinnere, wo die Straßen ziemlich ausgefahren und dementsprechend hubbelig waren. Dort war zunächst ein weiterer Aussichtspunkt das Ziel, von wo aus wir später zu einer riesigen Düne und dem mit 11m tiefsten See der Insel marschierten. Später wanderten wir noch durch einen der vielen Creeks (Wasserläufe) und dann ging es endlich völlig durchnässt zum Hostel im Basislager, das besser als erwartet war. Ein BBQ-Buffet am Abend und ein paar Bier in der Bar rundeten den ersten Tag auf Fraser sehr gut ab.

6. Dezember 2010: Um 6:30 Uhr mussten wir schon wieder zum Frühstück antanzen und danach ging es wieder in den Regenwald auf der Insel, wo wir eine kleine Wanderung unternommen, Lizards und anderes Getier gesehen haben und letztendlich an einem See mit fast schneeweißem Sandstrand ankamen. Nachdem dort der gewöhnliche Regenschauer einsetzte, fuhren wir weiter zum Brown Lake, der von Teebäumen braun gefärbt war, und auf dem Rückweg zum Camp haben wir dann tatsächlich noch freilebende Dingos bewundern können, die am Strand auf Nahrungssuche waren. Danach fuhren wir wieder zur Fähre und nach dem Übersetzen zurück nach Rainbow Beach, von wir uns mit unserem Camper noch am gleichen Tag auf den Weg nach Hervey Bay machten. Nach unserem üblichen BBQ am Abend wurden wir nett von einem Security-Mann darauf hingewiesen, dass wir auf unserem geplanten Platz nicht übernachten dürften, aber er gab uns sogar noch den Tipp, dass wir einfach vor dem Hostel um die Ecke parken sollten, was wir dann natürlich auch taten.

7. Dezember 2010: In Hervey Bay konnten wir morgens zum ersten Mal während unseres Roadtrips im Meer baden gehen, danach gingen wir noch über einen fast 800m langen Pier, auf dem etliche Angler ihr Glück versuchten, und in den botanischen Garten, der jedoch nicht viel zu bieten hatte. Im Anschluss setzte ich mich erstmals an das Steuer unseres Gefährts und lenkte es bis nach Bundaberg, der Rum-Hauptstadt Australiens, in der wir auch eine Führung durch die Bundaberg-Destillerie mitmachten, an deren Ende das Produkt zum Glück auch noch verkostet werden durfte. Von dort ging es weiter nach Agnes Water und nach 1770 (weil James Cook in diesem Jahr dort landete), wo wir letztendlich die Nacht verbrachten.

8. Dezember 2010: Am Morgen flüchteten wir recht zeitig von unserem Stellplatz, da angeblich eine Strafe drohte, der wir so noch entgehen konnten. Unser nächstes Ziel lautete Rockhampton, wo wir zunächst die Touristeninformation ansteuerten und anschließend einen ganz verranzten Waschsalon aufsuchten, in dem andere Deutsche nach dem Waschen mehr Käfer als vorher in ihren Klamotten gefunden hatten, aber bei uns ging alles gut. Rockhampton bot außerdem einen kostenlosen Zoo und einen botanischen Garten, aber warum man dafür nichts bezahlen musste, wurde uns klar, nachdem wir ihn betreten hatten. Alles war ziemlich heruntergekommen und sah sehr ungepflegt aus, weswegen wir uns dort auch nicht all zu lange aufhielten. Danach wollten wir noch in die Art Gallery, die allerdings schon geschlossen hatte und deswegen machten wir uns schon auf die Suche nach einem Grill- und Schlafplatz. Die Suche führte uns nach Yeppoon, einem kleinen Küstenort, der jedoch sehr schön war und wo wir am Abend nach dem Essen noch eine schöne Party mit Goon am Strand feierten :-)

9. Dezember 2010: Unser übliches „kalter Toast mit Marmelade“-Frühstück wurde diesmal dadurch bereichert, dass eine Radiomitarbeiterin auf dem Strandparkplatz Brötchen und Milchshakes verteilte...eigentlich zwar nur gegen eine kleine Spende, aber da wir anscheinend hilfsbedürftig aussahen, haben wir es auch ohne bekommen. Auf unserer Weiterfahrt nach Mackay, die etwa vier Stunden dauerte, durchfuhren wir wieder sehr interessante Landschaften, die mich an afrikanische Savannen aus dem Fernsehen erinnerten. In Mackay statteten wir zunächst wieder der Touristeninformation einen kleinen Besuch ab, klapperten zwei potenzielle Schlafplätze ab, aber im Endeffekt übernachteten wir nach einem kurzen Barbesuch auf dem Parkplatz der Touristeninformation, obwohl sich dort am Abend anscheinend die örtliche Möchtegern-Tuning-Szene versammelte und ordentlich Radau machte.
10. Dezember 2010: Nach dem Frühstück begaben wir uns zur örtlichen Lagune (da man wegen der Quallen an den Küsten Nord-Queenslands ja nicht ins Meer darf) und nachdem wir uns dort erfrischt hatten, besuchten wir noch das ArtCenter Mackay, das jedoch todlangweilig war, was wir ihnen auch eiskalt ins

Gästebuch schrieben ;-) Von dort fuhren wir weiter nach Airlie Beach, von wo unser Segeltrip um die Whitsunday Islands am nächsten Tag starten sollte. Beim Veranstalter musste wir noch einchecken und bekamen einen kleinen Beutel, in den wir unser Gepäck für die nächsten zwei Tage packen sollten, da für mehr Gepäck anscheinend kein Platz an Bord wäre. Den Rest unseres Gepäcks und unserer Wertsachen konnten wir im Reisebüro lagern und nach einem Rundgang durch Airlie Beach machten wir noch eine Didgeridoo-Stunde mit, die sehr lustig war, und nach dem abendlichen BBQ parkten wir unser Auto in einer Seitenstraße für die Nacht.

11. Dezember 2010: Am Morgen spazierten wir mit unserem Gepäck zum Hafen, wo wir etwas verspätet empfangen und auf das Segelboot, die „Waltzing Matilda“, gebracht wurden. Nach ein paar Sicherheitsbelehrungen begann unsere Reise Richtung Tongue Bay, von wo aus wir zur ersten Insel gebracht wurden. Dort wanderten wir zunächst zu einem Aussichtspunkt, von dem man einen hervorragenden Blick auf den Whiteheaven Beach hatte, einem sehr bekannten Strand mit so klarem und weißem Sand, dass sich die NASA den Sand für die Produktion einzelner Bestandteile für das Hubble-Teleskop sicherte. Auf der Insel trafen wir noch Claudia, die auch an der USC studiert hatte, und nach zwei Stunden am Traumstrand, ging es wieder aufs Boot. Da der Wind etwas zugelegt hatte, wurden die Segel gesetzt und wir segelten in eine Bucht, um dort auf ruhigem Wasser zu Abend zu essen und die Nacht zu verbringen. Am Abend saßen wir noch lange auf Deck und nach der dritten Verwarnung von Caiptan Locky gingen wir dann auch irgendwann in unsere Kajüten.

12. Dezember 2010: Nach einem etwas mickrigem Frühstück fuhren wir am Tag darauf aus der Bucht zu unserem ersten Schnorchelspot. Nach einer kurzer Einweisung mussten wir wieder die Stinger Suits, die vor den Quallen schützen sollen, und Taucherbrille mit Schnorchel an und danach wurden wir mit dem Beiboot zum Riff gebracht, das vielleicht maximal 2 Meter unter der Wasseroberfläche lag. Gemütlich trieben wir dann auf dem Wasser und konnten so viele verschiedene Fische und Korallen bestaunen...einfach unglaublich. Wir besuchten noch einen weiteren Spot, allerdings wurde das Wetter schlechter und so verschlechterte sich auch die Sicht unter Wasser, aber trotzdem war auch das zweite Schnorcheln ein Erlebnis. Nach dem Mittagessen begann dann aber der blanke Horror, da mittlerweile ein Unwetter herrschte und wir drei Stunden bei Regen und hohem Wellengang auf dem Boot bis Airlie Beach verbringen musste. Bei einer Dänin setzte auch die Seekrankheit ein und sie verbrachte den Rest der Fahrt an der Reling am Ende des Schiffes und ließ sich die vergangenen Tage nochmal durch den Kopf gehen. Zum Glück überstanden wir die Fahrt weniger angeschlagen und konnten am Abend noch eine Afterparty mit den Leuten vom Boot im „Beaches“ bei guter Livemusik feiern.

13. Dezember 2010: Um 5:30 Uhr stand ich an diesem Morgen schon auf und konnte schon aus der Ferne sehen, wie ein Ranger andere Camper des Platzes verwies. Deswegen weckte ich Fabi und Bina schnell und wir verschwanden, bevor uns irgendwas angelastet werden konnte. Es war mal wieder schon früh morgens sehr warm, weswegen wir auch der Lagune in Airlie Beach einen Besuch abstatteten und danach trennte ich mich von meinem ersten Handtuch, da ich sowieso zu viel Gepäck für die Inlandsflüge haben würde. Später machten wir uns auf den Weg nach Townsville und auf dem Weg stoppten wir an einer Tankstelle im Nirgendwo, um dort bei glühender Hitze auch noch im Van Nudeln zu kochen, wodurch darin natürlich ein prima Klima herrschte. Bei der Touristeninformation von Townsville wurde uns diesmal sehr nett geholfen und so fuhren wir dort auf den Castle Hill, von dem man eine super Aussicht über die nähere Umgebung hatte. Selbst in den Pools in Strandnähe wurde sogar vor Quallen gewarnt, da diese auch durch die Filter des Meereswassers gelangen könnten, aber das Risiko sind wir gar nicht mehr eingegangen. Die Nacht verbrachten wir zum ersten Mal auf einem offiziellen kostenlosen Campingplatz in Saunders Beach, der aber auch nicht viel zu bieten hatte.
14. Dezember 2010: Nach dem Frühstück sind wir wieder zurück nach Townsville gefahren, da Bina zum Arzt musste, weswegen ich den Vormittag in der Hitze in Strandnähe verbrachte und die dortigen Duschen regelmäßig zum Abkühlen nutzte. Als nächstes machten wir uns auf den Weg nach Mission Beach und in der dortigen Touristeninformation sahen wir zum ersten Mal die gefährlichen Quallen, die in Gläsern zur Demonstration eingelegt waren. Im Hostel nebenan buchten wir unsere Skydivingabenteuer für den nächsten Tag und durften quasi zur Belohnung die Nacht in einem kühlen Hostelzimmer verbringen, was nach den vielen Tagen im stickigen und engen Bus ein purer Luxus war.

15. Dezember 2010: Um 9 Uhr sollten wir an der Skydivingzentrale sein und dort mussten wir zunächst einmal einige Formulare ausfüllen, z.B. dass wir uns bewusst waren, dass Skydiving ein gewisses Risiko birgt. Allerdings war der Laden etwas unorganisiert und so wurden uns erst gegen 11:30 Uhr unsere Sprungpartner zugeteilt mit denen wir zum etwa 20 Minuten entfernten Flughafen in Tully fuhren. Dort setzte erst einmal ein kräftiger Regenschauer (es ist nun mal Regenzeit in den Tropen) ein, der unseren Start weiter verzögerte, aber nach 15 Minuten konnten wir uns dann endlich ins Flugzeug setzen und es ging ab in die Luft. Komischerweise war ich die ganze Zeit gar nicht so aufgeregt, selbst als in etwa 5000m Höhe die Tür aufging, und ich nach Fabi und Bina als drittes aus dem Flugzeug sprang...einfach nur ein unglaublich cooles Gefühl dieser freie Fall. Als nach 60 Sekunden dann aber der Fallschirm geöffnet wurde, wurde mir schon etwas anders und war froh, als ich nach ein paar weiteren Minuten wohlbehalten am Boden wieder ankam. Der Sprung wurde auch auf Video aufgenommen, welches ich euch in Deutschland gerne einmal zeigen kann. Am gleichen Tag fuhren wir noch weiter nach Innisfail, das eigentlich nichts zu bieten hatte, weswegen wir dort ein letztes Mal grillten und danach auf dem McDonald's Parkplatz die Nacht verbrachten.

16. Dezember 2010: Die letzte Etappe unseres Roadtrips führte uns an drei Wasserfällen, Bananen- und Teeplantagen vorbei. Auch Schnabeltiere hätten wir fast zu sehen bekommen, allerdings war das anwesende Personal der Anlage unter 13 Jahre alt und konnte uns dementsprechend nicht weiterhelfen. Am Mittag erreichten wir dann endlich Cairns, checkten im etwas heruntergekommenen Hostel ein, in dem auch drei Deutsche waren, die wir auf der „Waltzing Matilda“ kennengelernt hatten, räumten den Camper aus und brachten ihn zurück zum Vermieter. Abends gab es zweimal umsonst Abendessen in zwei verschiedenen Bars in Cairns, da wir sowohl vom Hostel als auch vom Reisebüro Gutscheine bekommen hatten. Und die erste Nacht in Cairns begann auch wieder vergleichsweise früh, da wir unseren Camperrhythmus wohl noch etwas länger in uns haben werden.
17. Dezember 2010: Eine Woche bis Weihnachten bedeutet das und hier ist es einfach viel zu warm. Nach einigen Stunden an der Tastatur komme ich nun zum Ende und hoffe, ihr habt einige interessante Sachen zu lesen bekommen. Bilder gibt es natürlich wieder in meinem
Webalbum und das Video vielleicht auch bald auf Facebook, obwohl die Internetverbindung das hier wohl nicht zulassen wird. Gleich gibt es vom Hostel aus ein all-you-can-eat-BBQ und mal gucken, was der Abend sonst noch so bringen wird.
Habt ein schönes Wochenende und verwahrt etwas Schnee im Gefrierfach auf bis ich wieder da bin :-)
Roman