Hallo zusammen!

Herzlich willkommen auf meinem Blog, den ich anlässlich meines mittlerweile vergangenen Auslandssemesters an der University of the Sunshine Coast, Queensland, Australien zwischen Juli 2010 und Februar 2011 angelegt hatte. Darin habe ich euch hoffentlich nicht zu ausführlich von meinen Erlebnissen und Eindrücken vom anderen Ende der Welt berichtet und auch die ein oder anderen Fotos hochgeladen. Über Nachrichten und Kommentare von euch würde ich mich natürlich sehr freuen und wünsche euch hiermit viel Spaß beim Lesen und Stöbern in diesem Blog!

Roman

Dienstag, 1. Februar 2011

Melbourne...

...ist die Sporthauptstadt Australiens und hat mir allein deshalb natürlich schon gefallen. Aber auch sonst habe ich in der vergangenen Woche wieder einiges erlebt, beginnend mit den Feierlichkeiten für den Australia Day am Mittwoch, den 26. Januar, an dem James Cook's Ankunft in Australien im Jahre 1788 gefeiert wird (die Aborigines bezeichnen diesen Tag übrigens weniger positiv als Invasion Day). Deswegen war ab dem frühen Morgen überall in der Stadt etwas los und wir traten den Feierlichkeiten gegen 10:30 Uhr an der Town Hall bei, wo die Stadtväter ihre Reden hielten, die Flagge gehisst und dabei die Nationalhymne mit allen Strophen gesungen wurde. Im Anschluss gab es die sogenannte People's Parade, bei der verschiedene Bevölkerungsgruppen von Melbourne (also z.B. Griechen, Thailänder, Libanesen usw.) wie bei einem Karnevalszug angeführt von den unterschiedlichen australischen Militärgruppen zum Kings Domain Park marschierten (leider aber ohne Kamelle). Dort gab es dann etliche Stände von Vereinen, die Feuerwehr war da, unzählige Oldtimer wurden ausgestellt, aber so spannend war es dann doch wieder nicht für uns, weswegen wir bald den Rückweg zum Hostel antraten. Von dort habe ich mich dann auf die Suche nach einem Supermarkt gemacht, habe jedoch eine falsche Wegbeschreibung bekommen und bin deswegen lange in die falsche Richtung gegangen, wobei ich dadurch wenigstens noch etwas von der Flugshow über Melbourne mitbekommen habe und gesehen habe, wie die meisten Australier ihren Nationalfeiertag begehen: nämlich mit BBQ im Park, viel Alkohol aus ihren blauen Kühlboxen und dazwischen wurde immer wieder Cricket oder Aussie Football gespielt. Irgendwann habe ich dann die Tram in die andere Richtung genommen und Coles endlich gefunden, womit das verspätete Mittagessen gerettet war. Am Abend sind wir dann wieder zum Federation Square in der Innnenstadt gefahren, wo wir ein eher langweiliges Feuerwerk zu sehen bekamen, aber immerhin rundete es den Australia Day 2011 für uns ab.
Nach dem schon üblichen Pancake-Frühstück haben wir uns in den kostenlosen Touristen-Shuttelbus gesetzt, der in 90 Minuten ziemlich langsam kreuz und quer durch Melbourne fährt und dabei über die Lautsprecher einige wenige Informationen über die passierten Gebäude wiedergibt. Am riesigen Queen Victoria Market sind wir dann aber ausgestiegen, um uns die unglaubliche Auswahl an Produkten aus nächster Nähe anzugucken. Dort habe ich mich dann aber auch von Fabi und Bina getrennt und bin mit der Tram zur Harbour Town gefahren, in der es ein größeres Einkaufszentrum und ein Wintertrainingszentrum des australischen olympischen Komitees gibt...ich habe meinen Augen auch kaum glauben können, aber dort haben sie tatsächlich Eishockey gespielt :-) Von dort bin ich dann entlang des Hafens zum Etihad Stadium gelaufen, in das ich aber nur einen kleinen Blick werfen konnte, und als nächstes peilte ich das Police Museum of Victoria an, das im World Trade Center von Melbourne untergebracht ist. Dieses war allerdings nicht so groß, sodass ich auch noch die empfehlenswerte Ausstellung im Immigration Museum mitnehmen konnte. Da dieses um 17 Uhr schloss, bin ich dann noch zum Federation Square gepilgert und habe mir dort mit tausenden anderen Leuten das zweite Frauen-Halbfinale auf der Großbildleinwand unter der australischen Sonne angeschaut...herrlich. Danach machte ich mich aber wieder auf den Weg zum Hostel und zufälligerweise standen meine beiden Kollegen aus Remagen genau in derselben Tram ;-) Nach dem Abendessen wurde dann nur noch Federer's Niederlage geschaut und dann war auch schon wieder Schicht im Schacht.
Am Freitag habe ich eine erste Streckenbegehung im Albert Park gemacht, in dem Ende März das erste Formel 1 Renner der Saison 2011 stattfinden wird und ich kann nur sagen, dass die Organisatoren noch viel Arbeit vor sich haben. Die Streckenführung ist zwar grob zu erkennen, aber ansonsten erinnert dort noch nicht viel an ein Rennspektakel. Es gibt z.B. nur eine festinstallierte Tribüne bisher, die anderen werden anscheinend nur temporär aufgebaut, überall sind Verkehrsinseln und Parkscheinautomaten auf der Strecke, nur an wenigen Passagen gibt es schönen neuen Asphalt, auf dem auch Linien zu erkennen sind, die Boxengasse wird gerade neu asphaltiert und ich könnte ewig so weitermachen. Vor meinem Abflug werde ich mir das Ganze noch einmal angucken und gegebenenfalls die FIA informieren, dass die Aussies es mal wieder etwas zu gemächlich angehen lassen ;-) Von dort habe ich dann die Tram in Richtung Stadtzentrum genommen und den Shrine of Remembrance, das Observatorium und den botanischen Garten besichtigt. Dann war es wieder Zeit für eine lunch break im Hostel und von dort sind Fabi und ich zum Melbourne Cricket Ground gefahren, in dem wir uns zunächst das Australian Sport Museum und danach das Twenty-Twenty Cricket Match zwischen Victoria und South Australia angeschaut haben, das nicht wirklich spannend, aber mal wieder eine interessante Erfahrung war. Im Laufe des Spiels haben wir wenigstens auch die meisten Regeln, Strategien und die Zahlen auf der Anzeigetafel verstanden und dementsprechend war das Eintrittsgeld gut investiert. Leider war der MCG nur zu ungefähr einem Achtel gefüllt – mit 13600 Zuschauern – wenn das Stadion mit 100000 Leuten beim AFL Grand Final ausverkauft ist, muss dort eine unfassbare Stimmung herrschen und später wurde es auch noch ganz schön frisch im Stadion, weswegen sich die Spieler auf dem Feld ganz gerne in der Nähe der Pyrotechnik aufhielten :-)
Am Samstagvormittag wärmte dann aber wieder die australische Sommersonne und ich bin mit der Tram zum Federation Square gefahren, um mir dort die Ausstellung im Australian Center of the Moving Image anzuschauen, in der die Entwicklung von den ersten bewegten Bildern bis zu den neuen Medien und Videospielen sehr interessant präsentiert wurde. Anschließend habe ich noch einen kurzen Blick in die St. Paul's Cathedral geworfen, bin von dort zum chinesischen Viertel gelaufen, danach durchs griechische Viertel zurück zur Swanston Street, habe mich mit zwei Sushi-Rollen in die Flagstaff Gardens gesetzt und anschließend noch einen größeren Souvenirshop besucht, der aber auch nicht das im Sortiment hatte, wonach ich auf der Suche war. Nach der Ankunft im Hostel habe ich endlich nochmal meine Laufschuhe geschnürt und bin eine Runde durch den Albert Park gelaufen, danach wurde gekocht und das Frauen-Finale geguckt und das war dann Tag 199 seit meinem Abflug am 15. Juli 2010.
Am 200sten Jubiläumstag holte die Sonne mal alles aus sich heraus, was sie zu bieten hatte: 40°C zeigten die Thermometer und deswegen habe ich mich nach dem Frühstück mal ganz schnell zum Strand in St. Kilda begeben, wo zum Glück eine leichte Brise wehte und das Wasser sehr angenehm war. Nach einigen Stunden wurde es mir dann aber doch zu heiß und deswegen bin ich nach einem kurzen Zwischenstopp im Hostel ins wohl temperierte Melbourne Museum gefahren, das mit meiner Australian Student ID zum Glück kostenlos war. Als es um 17 Uhr schloss, habe ich mich wieder auf den Rückweg begeben und wenig später begann ja auch schon das Herren-Finale, von dem ich zunächst den ersten Satz im Hostel gesehen, danach mit Mama und Gerrit geskypt und wenn Andy einen Satz gewonnen hätte, hätte ich mich auch noch zum Federation Square begeben, um mit Tausenden anderen Tennisfans zusammen den Höhepunkt eines spannenden Turniers zu verfolgen, aber leider war das Spiel ja etwas schneller vorbei als erwartet.
Den Montag hatte ich als Shoppingtag eingeplant, da sich in und um Melbourne herum drei Outletcenter befinden und ich nach Monaten in den gleichen T-Shirts nochmal etwas Abwechslung an den Körper bringen wollte. Außerdem fliege ich ja bald nach Hause und bei Emirates darf ich zum Glück mehr Gepäck mitnehmen als bei den Inlandsflügen hier, aber obwohl ich den ganzen Tag unterwegs war, wird mein Rucksack nur unwesentlich schwerer als bisher sein. Ich hatte wirklich etwas mehr von den Outlets erwartet und deswegen bin ich auch noch durch das Einkaufsviertel im CBD gelaufen, aber dort wird man einfach nur von horrenden Preisen geschockt. Naja, dafür war es wieder warm und ich habe einige weitere Ecken von Melbourne gesehen.
Heute vormittag habe ich mich mit Annika von der USC am Strand in St. Kilda getroffen, wo ein dermaßen warmer und starker Wind wehte, dass kaum jemand am Strand an sich, sondern auf den etwas weiter entfernten Wiesen lag. Danach habe ich noch etwas eingekauft, war noch einmal in der Stadt, habe meine Transfers von Melbourne zum Flughafen Avalon und vom Flughafen in Alice Springs zum Hostel organisiert und mit Matt von der USC telefoniert, weil man mir eine böse Email geschickt hatte, dass ich meinen Koffer nicht in den Wohnzimmern von anderen Leuten in UniCentral lagern dürfte...aber auch das ist jetzt geklärt :-)
Morgen werde ich dann dieses Hostel für eine Woche verlassen und bis 3:55 Uhr am Donnerstagmorgen die Zeit rumschlagen, weil dann erst der erste Shuttlebus nach Avalon fährt. Von dort werde ich um 7:30 Uhr nach Alice Springs fliegen und damit naht das letzte große Abenteuer in Australien inklusive einer dreitägigen Tour durch die Wüste mit Nächten unter freiem Sternenhimmel...und etlichen Kleintieren um uns herum, die uns problemlos im Schlaf umbringen könnten...ich hoffe mal, dass sie an den Tagen was anderes vorhaben ;-) Außerdem ist etwas ungewöhnliches Wetter für die Wüste angesagt...es soll stürmen und regnen. Hoffentlich fällt die Tour nicht ins Wasser, denn den Uluru wollte ich schon noch gesehen haben bevor ich wieder nach Hause fliege...und das in ganz schön absehbarer Zeit. Mittlerweile braucht man sogar nur noch zwei Hände zum Runterzählen: neun Tage habe ich noch in Australien und in zehn Tagen bin ich wieder zuhause. Die Vorfreude wird immer größer, obwohl ich auch etwas aufgeregt bin, ob ich mich denn problemlos wieder an das Leben in Deutschland gewöhnen werde. Jetzt heißt es aber erst einmal „Red Centre, ich komme!“ und nächste Woche kann ich mich dann ernsthaft mit Abschiedsschmerz auseinandersetzen :-)

Liebe Grüße aus Melbourne!

Euer Roman

Dienstag, 25. Januar 2011

The Great Ocean Road...

...hätte ich fast verpasst, wenn ich nicht doch noch zufällig aufgewacht wäre. Um 6:45 Uhr sollte ich nämlich am Hostel abgeholt werden, auf 5:45 Uhr hatte ich meinen Wecker gestellt und um 6:22 Uhr habe ich mit Entsetzen auf mein Handy geschaut, aber zum Glück habe ich doch noch alles in 23 Minuten geschafft. Der Bus wurde von dem sehr lustigen Australier Steve gelenkt, dessen Lieblingsaussagen „brilliant“, „you did a great piece of work“ und „God bless you/him/her“ waren...zum Glück haben wir daraus kein Trinkspiel gemacht ;-) Zunächst wurden wie üblich die Hostels in Adelaide abgeklappert, bevor der mit 21 Leuten vollbesetzte Bus seine Reise nach Melbourne antreten konnte. Wir hatten sogar Prominenz an Bord, denn die Miss Schweiz von 2008  , Whitney Toyloy, war mit einer Freundin dabei...Glamourfaktor hat dies unserer Reise jedoch nicht beschert :-) Zu Beginn ging es durch die hübsche Landschaft der Adelaide Hills, aber recht früh bin ich schon wieder eingeschlafen, da es dann nach so langer Zeit in Australien doch nicht mehr so spektakulär war. Irgendwann mussten wir mit der Fähre über den Murray River, den längsten Fluss Australiens, übersetzen, später kamen wir noch an einer Strandautobahn und am Big Lobster (der sich nahtlos in die Liste mit Big Pineapple, Big Mango, Big Bundaberg Bottle einreihte) vorbei und dann machten wir einen kurzen Stopp, während dem Steve Zutaten für Wraps und Sandwiches einkaufte, welche wir kurz danach in einem am Strand gelegenen Park zu uns nahmen. Unser nächstes größeres Ziel war der Blue Lake, ein 70m tiefer See im Krater eines erloschenen Vulkans, dessen markante Blaufärbung durch die vorhandenen Mineralien hervorgerufen wird, und dann erreichten wir auch schon unser Hostel für die erste Nacht in Mount Gambier, das sehr cool war, da es ein umfunktioniertes ehemaliges Gefängnis war, das aber immer noch von hohen Mauern mit Stacheldraht umgeben und auch im Inneren noch deutlich als Gefängnis zu erkennen war. Zum Dinner gab es ein umfangreiches BBQ und natürlich wurde auch im Gefängnis nicht auf die Nightsession aus Melbourne verzichtet ;-)
Nach dem Frühstück am nächsten Morgen mussten wir erst einmal unseren Bus anschieben, da er sonst nicht angesprungen wäre, und nach einigen Kilometern kamen wir endlich an die wunderbare schraffe Küste von South Australia, wo wir hielten und unterhalb der Klippen auch Seelöwen aus dem Wasser springen sehen konnten. Im Hafen, der direkt neben dem Park lag, in dem wir unsere Mittagspause machten, schwamm sogar ein großer Stachelrochen herum, den ich in dieser Umgebung niemals erwartet hatte. Nach der Pause verbrachten wir wieder einige Stunden im Bus, die ich nutzte, um viel in „Down Under“ zu lesen, einem Buch, das Gerrit mir vor meinem Abflug geschenkt hatte und das einen humorvollen Reisebericht eines amerikanischen Schriftstellers von seiner Zeit in Australien beinhaltet. Ich bin froh, dass ich es erst jetzt lese, da ich nun schon so viele Sachen erlebt habe, von denen der Autor berichtet und es mich so auch wieder an die vielen Flecken erinnert, an denen ich schon gewesen bin...in jedem Fall ist es sehr empfehlenswert und bestimmt auch auf Deutsch erhältlich. Dann erreichten wir irgendwann auch endlich die eigentlich Great Ocean Road, die nach dem Ersten Weltkrieg von der Royal Australian Army angelegt worden war und nun ein absolutes Touristenhighlight ist, weswegen auch sehr viele Schilder daran erinnern: „We drive left in Australia“ :-) Unser erstes Highlight an der Great Ocean Road war die London Bridge, die im Prinzip keine Brücke mehr ist, da ein Teil davon vor einigen Jahren eingestürzt ist, wozu uns Steve natürlich wieder eine lustige – aber wahre Geschichte – zu erzählen hatte, die ich kurz zusammenfassen möchte: Mann sagt seiner Frau, dass er auf Geschäftsreise nach Sydney muss...stattdessen fährt er mit seiner geliebten Sekretärin zur London Bridge und beide laufen auf die andere Seite der Brücke...Brücke stürzt ein...die nächsten Touristen können die Polizei informieren...alle TV-Sender kommen mit Hubschraubern und berichten live...am nächsten Tag ist es in allen Medien zu sehen...“God bless them“ :-) Danach fuhren wir zum unweit entfernten Hostel, checkten ein und machten uns dann wieder auf den Weg zu den weltberühmten 12 Aposteln, um den Sonnenuntergang zu sehen, der allerdings hinter vielen Wolken ohne uns stattfand...trotzdem war es unglaublich schön. Vor einiger Zeit ist auch einer der Apostel eingestürzt, was nur von einem 7-jährigen Mädchen beobachtet wurde, weil die Eltern lieber im Auto warten wollten, da sie sich nicht schon wieder ein paar Felsen im Meer ansehen wollten...sie werden sich im Nachhinein geärgert haben :-) Herr Wawrinka qualifizierte sich danach übrigens noch für das Viertelfinale, was für diesen Bericht noch von Bedeutung sein wird...
Am nächsten Morgen zeigte sich die Great Ocean Road von ihren kühlen und rauen Seite, die tausende Seefahrer in der Vergangenheit schon das Leben und etliche Kapitäne ihre Schiffe gekostet hat. Ein Schiffswrack sollten wir eigentlich von einem Aussichtspunkt sehen, aber dann war es doch nicht sichtbar...auch nicht so schlimm, denn wir wollten nur wieder in den warmen und trockenen Bus. Bei gefühlten Minusgraden, ok, sagen wir 18°C, liefen wir noch eine kleine Runde durch einen Regenwald und dann stand schon wieder Mittagspause auf dem Programm – diesmal in Apollo Bay, einer eigentlich nicht erwähnenswerten Kleinstadt am Pazifik. Aber wen treffe ich dort? Fabienne und Alex, die ich seit der ersten Nacht am Flughafen in Brisbane kenne und die ebenfalls an der USC studiert haben – und sie machten zufälligerweise auch Halt in Apollo Bay auf ihrem Weg nach Melbourne :-) Das Wetter besserte sich glücklicherweise stetig und am Nachmittag haben wir noch etliche Koalas in freier Wildbahn in einem Eukalyptuswald am Meer gesehen...schon cool, dass diese putzigen Tiere dort einfach überall in den Bäumen hängen. Danach ging unsere Tour weiter entlang der schönen Küste, wir passierten das Denkmal für die Erbauer der Great Ocean Road und zwei Stunden später  standen wir schon im Herzen von Melbourne, wo ich zusammen mit einer Schweizerin den Bus verlassen habe, um mit der Tram nach St. Kilda (südlich des Albert Parks) zu fahren, wo sich unsere Hostels befanden. Wir sind erst einmal schwarz gefahren und ein nettes Ehepaar hat mir glücklicherweise die richtige Haltestelle gezeigt, von der ich nur noch wenige Meter bis zum Hostel laufen musste. Im Hostel habe ich dann Bina und Fabi wiedergetroffen, die schon am Morgen nach ihrem Flug aus Darwin eingecheckt hatten. Wir mussten uns natürlich erst einmal über  die vergangenen drei Wochen austauschen, dann wurde etwas eingekauft, die geschossenen Fotos auf Fabi's Festplatte gesichert und der Spielplan für den nächsten Tag bei den Australian Open gecheckt...und danach konnte ich kaum schlafen vor Aufregung :-)
Irgendwie hat es dann doch noch funktioniert, zum Frühstück serviert das Hostel jeden Morgen Pancakes und nach der Stärkung machten Fabi und ich uns heute auf den Weg zum Melbourne Olympic Park, in dem auch die Rod Laver Arena und damit die Australian Open ihr Zuhause haben. Für die heutige Daysession hatten wir nämlich schon im Oktober Tickets gebucht und wir hatten richtig spekuliert, denn wir sollten drei richtige Top-Spiele zu sehen bekommen...zumindest auf dem Papier. Als erstes spielte die letzte im Turnier verbliebene Deutsche Andrea Petkovic, die jedoch vor Aufregung angeblich nicht schlafen konnte und deswegen sang und klanglos gegen die Chinesin Li Na eingegangen ist. Im Anschluss gab es ein Schweizer Derby zwischen Roger Federer und Stanislaw Wawrinka, das jedoch zu sehr vom Vorjahressieger dominiert wurde und dementsprechend etwas unter mangelnder Spannung litt. Trotzdem kann ich hinter Federer auf der Liste der Sportler, die ich einmal live gesehen haben möchte, einen Haken machen...Tiger Woods, Dirk Nowitzki und co. dürften etwas schwieriger werden ;-) Nach diesem eigentlichen Topspiel leerte sich die Arena ein wenig, obwohl danach die bildschöne Weltranglistenerste Caroline Wozniacki gegen das Biest aus Italien, Herr oder Frau Schiavone, spielte und die beiden das spannendste von drei Spielen in dieser Daysession boten, das die Dänin am Ende verdient gewann. Danach machten wir noch einige Fotos und traten den Rückweg zum Hostel an, wo wir uns noch die übliche Cheap Tuesday Pizza bei Domino's gönnten, die aber anscheinend auch nur in Melbourne dienstags nicht billig sonder normal bepreist ist, was wir jedoch erst bei der Abholung erfuhren. Dementsprechend sparten wir uns das Geld danach für die Party, auf die viele Hostelleute gingen, aber morgen ist ja Australia Day und dann sollte einiges in der Stadt los sein. Ich werde euch auf dem Laufenden halten :-)

Und noch das übliche Rechenspiel zum Schluss: In 16 Tagen meiner Zeit sitze ich schon im Flugzeug nach Hause und in 17 Tagen eurer Zeit werde ich schon in Frankfurt gelandet sein...der Wahnsinn!!!

Bis bald

Euer Roman